Ökumenische Feier zum Weltgebetstag – Nigeria: „Kommt! Bringt eure Last.“

Der Weltgebetstag 2026 stand unter dem Motto „Kommt, bringt eure Last“. Die Liturgie wurde von Frauen aus Nigeria verfasst. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas – vielfältig, dynamisch und voller Kontraste. Nigeria ist mit über 230 Millionen Menschen aus über 250 Ethnien mit mehr als 500 gesprochenen Sprachen bevölkert, aufgeteilt in den muslimisch geprägten Norden und den christlichen Süden. Außerdem hat Nigeria eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit, nur 3% sind über 65 Jahre alt. Dank der Öl-Industrie und Bodenschätzen ist das Land wirtschaftlich stark. Reichtum und Macht sind sehr ungleich verteilt und es gibt soziale, ethnischen und religiöse Spannungen. Islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram verbreiten Angst und Schrecken. Die korrupten Regierungen kommen weder dagegen an noch sorgen sie für verlässliche Infrastruktur. Die Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie und der Klimawandel führen zu Hunger, Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt. In Nigeria leisten Frauen einen Großteil der Arbeit in der Landwirtschaft und sorgen für die Ernährungssicherheit der Bevölkerung, haben jedoch oft keinen Grundbesitz und kein Mitspracherecht. Umso mehr Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser Situation ihr Glaube.
Im Gottesdienst berichteten drei Frauen - Beatrice, Jato und Blessing - stellvertretend für die Lebensschicksale in Nigeria – Beatrice berichtet von der Last der gesellschaftlichen Unterdrückung; Jato von der Last der religiösen Verfolgung und Blessing von der Last der Armut und Verzweiflung. Sie erzählten vom Mut alleinerziehender Mütter, von Stärke durch Gemeinschaft, vom Glauben inmitten der Angst und von der Kraft, selbst unter schwersten Bedingungen durchzuhalten und weiterzumachen.
Die Kollekte des Weltgebetstags kommt der Organisation „Women and youth empowerment and health initiative“ zu gute, die Frauen unterstützt, sich eine wirtschaftliche Grundlage aufzubauen.
Von einem kleinen Chor mit Musikbegleitung wurde die Gottesdienstfeier musikalisch mit den Themenliedern aus Nigeria und afrikanischen Rhythmen schwungvoll umrahmt. In Nigeria werden die Fürbitten im Gottesdienst tanzend vorgetragen. In unserem Gottesdienst gab es zu einem Lied einen kleinen Tanz in der Bank. Als Symbol für die Last konnte jede und jeder einen Stein nach vorne legen.
Das ökumenische Vorbereitungsteam gestaltete den Gottesdienst sehr ansprechend und nach dem gemeinsamen Segenslied wurden alle Besucherinnen und Besucher in den Pfarrsaal eingeladen, wo kulinarische Kostproben nach nigerianischen Rezepten von fleißigen Helferinnen bereitet wurde. Diese fanden großen Zuspruch und im Stimmengewirr bei vielen Unterhaltungen wurde die Lebensfreude aus Nigeria noch einmal richtig für alle spürbar!
Herzlichen Dank an das Vorbereitungsteam für Gottesdienstgestaltung, Musikbegleitung und Imbiss – es war ein sehr gelungener Abend – passend zum Liedtext „Take a rest in me, take a rest! Come, oh my children, take a rest!“
Ein besonderer Ausblick reicht schon in das Jahr 2027, in dem der Weltgebetstag 100jähriges Jubiläum feiert mit dem Titel „United in prayer for justice and peace!“ – darauf können wir uns schon freuen!