"125 Jahre St. Josef " Jubiläumsfeier

Mit einem Festprogramm übers Wochenende feierte die Pfarrei „St. Josef“ Weisendorf das 125-jährige Bestehen ihrer Pfarrkirche.
Höhepunkt der dreitägigen Feier war der Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Lars Rebhan und Subregens Herwig Gössl, der von 1997 bis 2007 in Weisendorf wirkte. Zentraler Blickfang im Chor des Gotteshauses ist nun eine Jubiläumskerze, direkt vor dem blumengeschmückten Altar, die zu diesem Anlass von Rebhan mit Weihwasser besprengt, gesegnet und festlich entzündet wurde. „Sie bleibt hier bis zum Silvester-Jahresschlussgottesdienst als sichtbares Zeichen unseres Jubiläums stehen“, erklärte Rebhan. Das Interesse an diesem Jubiläumsgottesdienst, der musikalisch mit dem Kirchenchor und der Band „Um Himmels Willn“ bereichert wurde, war riesig. An der Orgel brillierte Claus Keller, Claudia Grüner machte die Einführung. Ein imposantes Bild bot der festliche Einzug bei strahlenden Sonnenschein, insbesondere auch dank der 42 beteiligten Minis. Zum Gottesdienst hieß Rebhan namentlich Bürgermeister Alexander Tritthardt, den Großenseebacher Bundestagsabgeordneten Stefan Müller und auch Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt von der evangelischen Gemeinde, willkommen. Er sah sich zu aller erst zum Dank gegenüber den vielen Helfern verpflichtet, die sich sowohl an der Vorbereitung wie auch bei der Programmabwicklung zur Verfügung stellten. Angefangen vom Sommerfest des Jugendteams am Freitag und dem Kabarett-Abend mit „Tinnitus Sanctus“ am folgenden Samstag, sowie den zahlreichen Aktionen am Sonntag Nachmittag. Dazu zählten eine Filmvorführung über die Glockenweihe aus dem Jahre 1951, der herzerfrischende Auftritt mehrerer Kindergruppen vom St. Josef Kinderhaus und dem Gospelkonzert in der Pfarrkirche, inszeniert vom Familienchor „KON-Takt“. Daneben fanden zahlreiche Sportbegeisterte bei den Turnieren am Menschenkicker, welcher am Kirchplatz aufgebaut war, viel Spaß und Freude. Natürlich war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt, zur Erinnerung an das Fest wurden eigens Tassen mit dem Jubiläumsmotiv produziert. Abgeschlossen wurde der ereignisreiche Tag mit einer Dankandacht im Jubiläumsgotteshaus.
In seiner Predigt blickte Rebhan auf das Gemäuer der Kirche und fragte sich, „Wenn diese Steine reden könnten, was würden sie uns sagen?“. Ganz gewiss würden sie erzählen von der großen Sehnsucht jener Weisendorfer Katholiken , die sich bereits anfangs des 19. Jahrhunderts so sehr eine Kirche wünschten, weil die Kapelle im Schloss einfach zu klein war. Wiederholt wurden Bettelbriefe an die Bayerischen Könige gerichtet, ehe dann 1879 eine Kollekte in ganz Bayern zugunsten des Weisendorfer Kirchenbauwerks durchgeführt wurde. Denn bereits schon 15 Jahre vorher war ein Bauplatz für die Errichtung des Pfarrhauses erworben worden.1885 begann dann der Neubau der eigenen Kirche. Doch man wollte auch eine eigene Pfarrei sein, die Genehmigung erfolgte erst im Jahre 1916. Rebhan blickt auch zurück in die folgenden Jahrzehnte mit den Weltkriegen und den Veränderungen bei der Messgestaltung nach dem Vatikanischen Konzil bis zur Gegenwart, dem neu gebildeten Seelsorgebereich mit all den neuen Strukturen. Und Rebhan spannte auch einen Bogen zum aktuellen Tages-Evangelium unter Hinweis auf die Aussagen von Jesus: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet“. Gott suchen, hier in der Gemeinsamkeit in der Kirche, sein Wort und seine Botschaft hören, mit ihm sich einlassen und mit ihm den Weg gehen“ Dies sei eine zentrale Aufforderung: „Gemeinschaft bilden, mit Gott auch in den nächsten 125 Jahren“, so Rebhan abschließend.
Valentin Schaub