650 Jahre Pfarrei Weisendorf

Auf eine wechselvolle Geschichte blickt die Pfarrei St. Josef Weisendorf zurück. Da 1358 gegründet, stehen nun im kommenden Jahr zahlreiche Feiern zum 650-jährigen Bestehen an. Und dies mit der Besonderheit, dass dieser Geburtstag in Weisendorf von den katholischen wie auch evangelischen Christen gemeinsam gefeiert wird. Das Jubiläum zur Pfarreierhebung ökumenisch zu gestalten, wurde bereits an Michaeli beschlossen. Eifrige Befürworter waren und sind Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt von der evangelischen Gemeinde und Pfarrer Herwig Gössl von der Pfarrei St. Josef, der mittlerweile die Aufgabe des Subregens in Bamberg wahrnimmt. Sein Nachfolger Pfarrer Lars Rebhan ist ebenso begeistert über die Zusammenarbeit und kann bereits nach wenigen Monaten seines priesterlichen Wirkens in Weisendorf feststellen: „Das Verhältnis zwischen den Kirchen ist entspannt, die Zusammenarbeit gut“. Feiert man ein solches Jubiläum, muss man auch einen Blick zurück in die Geschichte des örtlichen pfarrlichen Lebens richten. Und diese ist mit beiden Konfessionen eng verwoben, wie wohl nur ganz selten. Zwar liegen die Anfänge des altehrwürdigen Gotteshauses wie auch der Kirchengemeinde im Dunkel der Geschichte verborgen, so steht jedoch fest, dass Weisendorf von der der Mutterpfarrei St. Xystus Büchenbach im Jahre 1358 ausgegliedert wurde. Die „Filiale“ war nun eigenständig. Ob sich schon vorher auf dem Platz der heutigen Kirche, in der seit 1539 aufgrund der Reformation die evangelischen Christen Gottesdienst abhalten, eine Kapelle mit Begräbnisplatz befand, – wie vielfach behauptet wurde, lässt sich nicht eindeutig beweisen. Die genaue Bauzeit ist unbekannt. 1471 erhielt der Turm eine neue Glocke. Bereits zur Gründung im Jahre 1358 hatte Weisendorf einen eigenen Pfarrer zugeteilt bekommen. Als 1539 der damalige Schlossherr Friedrich Joachim von Seckendorff den Übertritt zur Lehre Luthers erklärte, übte dieser fortan das Patronatsrecht über die Kirche aus. An die Seckendorffs erinnert das Epitaph in der Kirche. 1555 gab es keine Katholiken mehr im Dorf. Nach dem 30-jährigen Krieg bewirkte das Bistum Bamberg, dass wieder Katholiken in Weisendorf betreut wurden und ab 1725 konnten diese in einer Kapuziner-Kapelle im örtlichen Schloss ihren eigenen Gottesdienst feiern, sie wurden aber weiterhin vom evangelischen Pfarrer getauft, getraut und beerdigt. 1885 wurde dann die katholische Kirche St. Josef neu gebaut und erst im Jahre 1916 die Pfarrei gegründet. Seither oblagen die Kasualfälle der Katholiken nicht mehr dem evangelischen Pfarrer. All dies und Vieles dazu kann jener Festschrift entnommen werden, die nun nach zweijähriger gründlicher Vorarbeit entstanden ist. Das Büchlein informiert auch Hochinteressantes über die Geschichte der örtlichen Juden, die abwechselnde Blütezeiten miterlebten und auch zeitweilig mitbestimmend im Ort waren. Freilich, in der Nazizeit vor und während des zweiten Weltkrieges verließen die Meisten dieser den Ort. Erzählt wird auch die Geschichte von der wiedergefundenen Gottes Mutter Maria von Rezelsdorf, war natürlich damals vor einem Jahrzehnt für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Die Festschrift wurde nun kurz vor Weihnachten von Pfarrer Lechner-Schmidt, Pfarrer Rebhan und Pastoralreferent Lauger der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu erwerben ist dieses gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 2,50 Euro. Der Erlös aus dem Verkauf hieraus wie auch aus den in 2008 vorgesehenen zwölf Jubiläums-Veranstaltungen wird gezielt dem ökumenisch geführten diakonischen Projekt für notleidende Kinder „Tageszentrum Odessa“ in der Ukraine zur Verfügung gestellt.
Spenden mit dem Stichwort „Jubiläum 2008“ werden gerne entgegengenommen:
Kath.Kirchenstiftung St.Josef Kto.43o240507 Kreisspk.Höchstadt BLZ 763 515 60 oder
Evang.Kirchengem. Weisendorf Kto. 43o24o754 Kreisspk. Höchstadt BLZ 763 515 60