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"Auf den Spuren unseres Glaubens"

ISRAEL
Datum:
Veröffentlicht: 5.3.12
Von:
Heinrich Schmidt
Pilgerreise des Seelsorgebereiches Erlangen-Nord/West ins Heilige Land

Am 6. Februar, um 4:30 Uhr in der Frühe brechen 39 Gläubige von Hannberg aus zur Pilgerreise nach Israel auf. Die Pilgergruppe wird von Pfarrer Lars Rebhan begleitet. Auch aus unserer Pfarrei nehmen PV James und 6 Pfarrangehörige teil.
Izaak, der Reiseführer, erwartet die Gruppe am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. Nach einem langen Reisetag ist die Freude der Erwartung größer als die Müdigkeit.

Entlang der Mittelmeerküste
Am ersten Tag geht es nach Cäsarea. Hier besichtigt die Gruppe den alten Hafen und Ruinen aus der Römer- und Kreuzfahrerzeit. Die Ruinen und deren Ausmaße lassen erahnen, dass hier einst die schönste und prächtigste Stadt Israels lag. Von Herodes dem Großen erbaut, erlebte sie ihre Blütezeit zur Zeit der Kreuzfahrer. In Haifa wird die Kirche Stella Maris auf dem Berg Karmel besucht. Es geht weiter nach Akko. Die Stadt wurde durch die Kreuzfahrer geprägt. Die unterirdische Kreuzfahrerstadt ist so monumental wie imposant.

Endlich; auf den Spuren Jesu.
Über Kana und Nazareth geht es zum See Genezareth. In diesem Landstrich Israels hat Jesus die meiste Zeit seines Lebens verbracht. Am nördlichen Seeufer liegt die Primatskapelle. Die „Mensa Christi“, der „Heilige Felsen“ in der Kapelle, erinnert an das Mahl, das der Auferstandene am Seeufer mit seinen Jüngern gehalten hat. Es geht weiter zum See, der völlig ruhig daliegt. Die nächste Station ist Tabgha, der Ort „der Brotvermehrung“. Vor dem Volksaltar der Kirche symbolisiert ein Mosaik, das zwei Fische und einen Korb mit fünf Broten zeigt, an dieses Ereignis. Von Tabgha geht die Fahrt nach Kapernaum. Durch den Glasfußboden einer Kirche sieht man auf die Grundmauern des „Hauses Petrus“. Beeindruckend ist eine Synagoge aus dem 4ten Jh. Die Fahrt führt weiter, vorbei am Taubental und Kana, nach Nazareth. Die Reliefs der Marienpforte der Verkündigungsbasilika stellen in beeindruckender Form das Leben Marias dar. Den Tag schließt die Pilgergruppe mit einer Messe vor der Verkündigungsgrotte ab. Am nächsten Tag geht es zuerst zum Berg der Seligpreisungen. Eine der wichtigsten Wirkungsstätten Jesu. In der Kirche auf dem Berg singt die Gruppe „Selig seid…“. An den Jordanquellen, im biblischen Cäsarea Phillipi, erneuern die Pilger mit Jordanwasser und dem Kreuzzeichen ihre Taufe. Die Besichtigung der Burg Qal`at Nimrud und eine Fahrt über die Golanhöhen beschließen den Tag. Am Tag darauf ist der Berg Tabor das erste Ziel. Hier sieht man Reste antiker Befestigungsanlagen, christliche Klöster und die im 20. Jahrhundert erbaute Verklärungsbasilika. Nach der Heiligen Messe in der Basilika geht es durchs Jordantal weiter in Richtung Jerusalem. An der Stelle am Jordan, wo Jesus von Johannes getauft wurde, verweilt die Gruppe eine Weile. Jericho wird erreicht. Hier steht der Maulbeerfeigenbaum des Zacharias und man sieht den Berg der Versuchungen. Die Fahrt geht weiter nach Jerusalem.

Endlich, Jerusalem.
Auf einem sehr kalten und windigen Aussichtsplatz wird die Stadt mit Gebet und Liedern begrüßt. Bevor die Gruppe in Jerusalem den Spuren Jesu folgen kann, ist noch ein wenig Geduld erforderlich. En Karem, der Geburtsort von Johannes dem Täufer, wird besucht. Dem schließt sich ein Besuch im Israel-Museum an, in dem die berühmten Qumran-Schriften zu sehen sind. Der nächste Ort an diesem Tag ist Bethlehem. Hier wurden König David und Jesus Christus geboren. In der Grotte der Geburtskirche weist ein silberner Stern auf die Stelle hin, an der Jesus geboren wurde. Die Gruppe singt „Zu Bethlehem geboren..“. Die Geburtskirche ist eines der ältesten, vollkommen erhaltenen Kirchengebäude aus frühchristlicher Zeit. Am nächsten Tag geht es voller Erwartung zu den Heiligen Stätten in Jerusalem. Der Ölberg, die knorrigen Olivenbäume könnten sicherlich die Geschichte Jesu erzählen. Neben dem Garten liegt die Kirche der Nationen, die „Basilika der Todesangst“. Die Kirche „Dominus Flevit“ – der HERR weinte – ist eine moderne Kirche in Form einer Träne. Nun geht es zur Via Dolorosa, den 14 Stationen des Leidensweges Christi. In einer Prozession folgt die Pilgergruppe ergriffen dem Leidensweg - vom Gerichtshof zur Grabeskirche - nach. Die letzten vier Stationen des Kreuzwegs hält die Gruppe auf dem Dach der Grabeskirche. Danach feiert man Gottesdienst in einer Seitenkapelle der Grabeskirche. Zum Abschluß geht es zur Grabesgrotte. Die Altstadt Jerusalems, hier begegnen sich Christentum, Judentum und Islam. Die auf dem Tempelberg gelegene Al-Aksa-Moschee und den Felsendom dürfen Nicht-Muslime nicht betreten. Auch Gebetbücher und Bibeln dürfen nicht in diesen Bereich mitgenommen werden. Der Felsendom zählt nach Mekka und Medina als heiligster Ort der Muslime. Danach geht die Gruppe zur Klagemauer. Der Osthang des Berges Zion, hier wurde Jesus von Petrus verleugnet – „bevor der Hahn dreimal kräht“. An diesem bewegenden Ort wird in der Kirche St. Peter wird ein Schuldbekenntnis gesprochen. Einige aus der Gruppe fahren nach Yad Vashem. Es ist die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. Nach der Gottesdienstfeier in der Benediktinerabtei Dormitio, besucht die Gruppe das Grab Mariens. Am vorletzten Tag der Pilgerreise macht sich die Gruppe auf den Weg zum Toten Meer. Es geht vorbei an Qumran. Hier lebten die Toraschreiber deren berühmte Schriftrollen im Israel-Museum aufbewahrt werden. Im Toten Meer zu baden ist ein Erlebnis für sich. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, nicht untergehen zu können. Über Eilat und den Grenzübergang nach Jordanien wird Aqaba erreicht. Am letzten Tag der Pilgerreise geht es von hier zur Nabatäerstadt Petra. Der Weg dorthin führt durch eine imposante Schlucht. Als sich diese öffnet, gibt sie den Blick auf diese beeindruckende, 2000 Jahre alte, Felsenstadt frei. Petra ist eines der sieben Weltwunder der Erde.

Die Rückreise: nach 10 erlebnisreichen und bewegenden Tagen geht es heimwärts. In Hannberg werden die Pilgergruppe und Pfarrer Lars Rebhan von dem beleuchteten Kirchturm der Pfarrkirche Geburt Mariens und Glockengeläut begrüßt.

Viele beeindruckende, schöne Erlebnisse, tiefgreifende Erinnerungen werden die Teilnehmer der Pilgerfahrt prägen. Sie werden sich noch oft und gerne an diese Zeit erinnern. Glauben teilen, in Gemeinschaft beten, singen und manchmal auch schweigen.

Carola Schneider
Hans-Dieter Wintrich