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Eine Schule mit sieben Klassenzimmern in Peducha

ZUBZA
Datum:
Veröffentlicht: 26.4.13
Von:
Heinrich Schmidt

Auf den Stühlen saßen einmal nicht Bürgermeister, Verwaltung und die Gemeinderäte, sondern die Kinder des „Zubza-Projektes“ der Pfarrgemeinde St. Josef und der Grundschule. Bei der Kinderpressekonferenz warben die „Zubzas“ für das offizielle Partnerschaftsprojekt in der indischen Schule und dankten vor allem den Sponsoren. Mit „Namaste“ begrüßte Caroline die Zuhörer und unter ihnen besonders die Kinderärztin Dr. Renata Lysy und Matthias Kutsch. „Unsere Freunde in Zubza sind uns nämlich sehr wichtig“, erklärte Caroline und bedankte sich beim Bürgermeister, weil er den Sitzungsaal zur Verfügung stellte.
Denn auch Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) musste sich mit der Rolle eines Zuhörers begnügen, durfte aber als Hausherr die Besucher des informativen Nachmittags begrüßen. „Ihr macht euch da vorne ganz gut, ich glaube sogar besser als die Gemeinderäte“, meinte der Bürgermeister im Zubza-Shirt schmunzelnd. Lukas hatte auch gleich was „Tolles“ zu berichten. Die Weisendorfer Zubzas wurden von „Children for a better World“, (Jugend hilf)“ mit einem Förderpreis belohnt. Mit den 600Euro wird eine Rikscha angeschafft, die bei den Wanderausstellungen der Zubzas eingesetzt werden soll und natürlich bei der Weisendorfer 725-Jahr-Feier ihren Runden drehen wird. „Wir werden die Rikscha Alex nennen und werden den Bürgermeister beim Jubiläumsfest kutschieren“, erklärte Lukas. Paula, Sarah und Anna-Sophie berichteten aus Briefen, die an die Zubzas geschrieben wurden. „Bitte behalte mich in deinem Gebet, deine Unterstützung ist für uns sehr wichtig“, schrieb ein Mädchen an Paula und berichtete auch, dass viele Kinder sterben, bevor sie fünf Jahre alt sind.Sara erzählte von der Armut. Jedes dritte Kind sei unterernährt und besonders Mädchen leiden, weil die Buben bevorzugt werden und auch besseres Essen bekommen. So gehe jedes fünfte Kind nicht zur Schule, die Mädchen fast überhaupt nicht, sondern müssen auf Müllplätzen oder als Haushaltshilfen arbeiten. Lena berichtete, dass Kinder, wenn sie krank sind, nicht behandelt werden, sondern die Eltern in Kauf nehmen, dass das Kind stirbt. All diese Berichte und Briefe bewegen die Weisendorfer Kinder und St. Josef dazu, den Kindern im Nagaland zu helfen.
Zur Kinderpressekonferenz wurde nicht ohne Grund eingeladen. Die Kinderärztin Dr. Renata Lysy und Mathias Kutsch waren nämlich im Nagaland und in Zubza und berichteten über ihre Erlebnisse. Lysy und Kutsch starteten ihre Reise ja mit mehr als hundert Reisebegleitern, nämlich Taschen und Säcken voller Kuscheltiere. Der FT berichtete ausführlich, als Renata Lysy und Matthias Kutsch vom Herzogenauracher Christkind Nina Möhrenschlager verabschiedet wurden. Über vier Wochen bereisten Lysy und Kutsch das Nagaland, konnten die Hilfsprojekte besichtigen, die finanziell vonWeisendorfern unterstützt wurden. „Es war ein richtiger Kulturschock, aber den hatte ich bei der Heimkehr auch wieder“, erzählte Renata Lysy imGespräch. Das soll nicht die erste und letzte Reise gewesen sein, denn Indien sei nicht nur ein faszinierendes Land, auch die Menschen seien unglaublich gastfreundlich und nett. Die einzelnen Stationen der abenteuerlichen vierwöchigen Reise durch mehrere Kulturen Erklärte^MatthiasKutsch anhand farbenfroher Dias, und die Zubzas sowie die interessierten Zuhörer konnten sich direkt in das Geschehen hineinversetzen. Nagaland, seit 1963 ein eigenständiger indischer Bundesstaat, fasziniert seine Besucher mit einer Vielfalt an Landschaft und Kultur. Im unmittelbaren Grenzbereich zu Burma gelegen, haben sich hier die unterschiedlichen Stämme der Naga noch weitgehend ihre traditionelle Lebensweise und ihr reiches kulturelles Erbe erhalten. Die Naga waren noch bis vor wenigen Jahrzehnten Kopfjäger. Obwohl sie heute größtenteils Christen sind, spielen Mythologien undGeisterglaube noch immer eine große Rolle. Lysy und Kutsch durchquerten mit ihren Führern abwechslungsreiche Landschaften und erlebten den Alltag ebenso wie ein spektakuläres Highlight, das Hornbillfestival im Nagaland. Zu diesem Großereignis reisen alle 16 Ethinien des Nagalandes an und präsentieren ihre traditionellen Trachten und Tänze, während die mächtigen Baumstammtrommeln geschlagen werden. Fasziniert betrachteten die Weisendorfer Kinder und zahlreichen Gäste Bilder von tätowierten Menschen und von Frauen, die einen Nasenblock aus Bambus tragen. Die Zubzas aus Weisendorf bekamen einen 16 Meter langen Schal, von jeder der 16 Volksgruppen einen Meter. Mit diesem Schal und noch einigem mehr werden die Zubzas am 16. Mai ihr Projekt im Bayerischen Landtag vorstellen, und Bürgermeister Tritthart wird die Kinder nachMünchen begleiten. Aktuell wird bereits wieder ein Projekt unterstützt, eine Schule soll gebaut werden, und die Zubzas und Ernst Klimek hoffen, die erforderlichen 14 000 Euro bald beieinander zu haben. Denn die Schule soll auch von Weisendorfern eingeweiht werden, St. Josef plant im kommenden Jahr eine Pfarrfahrt in das Nagaland. Informationen über die Projekt der Zubzas gibt es auch unter www.zubza.de

Richard Sänger / Ernst Klimek

 

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