„Eingeladen zum Fest des Glaubens“ - Seelsorgebereich trifft sich in Obermembach

Am Sonntag, 20. Oktober 2019, fand fast zwei Monate nach der offiziellen Ernennung des neuen Seelsorgebereichs „Aurach-Seebachgrund“ ein gemeinsamer Gottesdienst statt.
Am Sonntag, 20. Oktober 2019, fand fast zwei Monate nach der offiziellen Ernennung des neuen Seelsorgebereichs „Aurach-Seebachgrund“ ein gemeinsamer Gottesdienst statt. Die neue Verbindung der Pfarreien von Herzogenaurach und Niederndorf mit Hannberg und Weisendorf sollte nicht nur auf dem Papier und in Gremien, sondern auch auf geistiger Ebene gemeinsam begangen und auch gefeiert werden. Der leitende Pfarrer des neuen Seelsorgebereichs, Pfarrer Helmut Hetzel aus Herzogenaurach, begrüßte die Gläubigen aller Pfarreien, die zu Fuß, im Privat-PKW oder mit den Bürgerbussen der Gemeinde nach Obermembach als „geographischer Mitte“ gekommen waren. Besonders begrüßte er Landrat Alexander Tritthart und die Bürgermeister der politischen Gemeinden, über deren Grenzen hinweg die neue kirchliche Vereinigung reichte, und deren Anwesenheit ein Bekenntnis der Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirche zeigte – die Bürgermeister Dr. German Hacker aus Herzogenaurach, Klaus Hacker aus Oberreichenbach, Horst Rehder aus Heßdorf , Bernhard Seeberger aus Großenseebach und Heinrich Süß aus Weisendorf. Entschuldigen ließ sich Bürgermeister Schuhmann aus Münchaurach.
Zu Beginn des Gottesdienstes, der bei strahlendem Sonnenschein und umrahmt von den wunderbaren Herbstfarben der Natur in Wald und Flur um Obermembach herum in einzigartiger Kulisse stattfand, zog eine lange Schar von Ministrantinnen und Ministranten und die hauptamtlichen Mitarbeiter aller beteiligten Pfarreien ein. Das Eingangslied „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ passte genau zum Anlass des Gottesdienstes und stimmte alle Teilnehmer/innen gut darauf ein mit der Liedzeile „Aus den Dörfern und Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern folgten sie den Spuren Jesu“.
Das neue gemeinsame Miteinander sollte mit diesem Gottesdienst unter den Segen Gottes gestellt werden. Pfarrer Johannes Saffer von den Pfarreien Hannberg und Weisendorf trug das Evangelium vor mit der Geschichte der wundersamen Brotvermehrung und „Speisung der 5000“. In der folgenden Predigt übertrugen Pfarrer Hetzel und Pastoralreferent Matzick aus Herzogenaurach diese besondere Geschichte aus dem Evangelium in die heutige Zeit und bezogen sie auf unseren Seelsorgebereich. Die Menschen damals hatten Hunger, nicht nur nach Brot, sondern auch nach Gerechtigkeit und Frieden, nach Gemeinschaft und Trost, nach Stabilität und Zuspruch in schweren Zeiten. Sie sehnten sich danach, dass Jesus diesen Hunger stillen konnte.
Kirche heute und Leben in einer Pfarrgemeinde ist zu aller erst immer Begegnung mit Menschen. Und diese Menschen haben ebenfalls einen Hunger nach Halt und Orientierung und vielem mehr. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Pfarreien schauen nach den Menschen, wer sind sie und was brauchen sie und wie kann es gemeinsam gelingen, den Glauben zu leben und weiterzutragen und auch an die nächste Generation weiter zu geben.
Jesus schickte die vielen Menschen nicht fort, sie mussten sich nicht selbst versorgen, sondern er fragte seine Jünger zuerst nachdem, was da war – fünf Brote und zwei Fische. Die Jünger dachten, wie man heute sagen würde, strukturell – es war nicht genug und sie hatten kein Geld, um alle zu versorgen. Heute beim Zusammenschluss großer Pfarrgemeinden geht es auch in vielen Sitzungen von Übergangsgremium und anderen Treffen oft ums Geld – aber, so betonte Pfarrer Hetzel, es soll nicht zuerst ums Geld gehen, sondern um das, was vorhanden ist in jeder Gemeinde und was daraus entstehen kann. Und am Ende erzählt das Evangelium von den vielen Körben mit Brocken Brot, die nach der Speisung noch übrig waren. Und auch das passt in die heutige Zeit, denn viele Mitglieder der Pfarreien besuchen nicht mehr den Gottesdienst, haben sich innerlich von der Kirche entfernt oder sind gar ausgetreten. Auch für sie muss eine Pfarrgemeinde da sein und für sie etwas „übrig haben“. Die Botschaft lautete, wenn wir teilen, ist genug für alle da. Und so schloss Helmut Hetzel mit dem Appell „Ich habe Lust die Zukunft gemeinsam zu gestalten!“ und die anderen vom pastoralen Team schlossen sich an mit „Ich mache auch mit“ – und vielfach schallte es aus der Gemeinde zurück „Und wir machen auch mit!“
Nach dieser beeindruckenden Predigt gab es Applaus und das war ein tolles Zeichen für diesen gemeinsamen Aufbruch in der Zusammenarbeit mit den Herausforderungen der Zukunft, vor denen der Seelsorgebereich Aurach-Seebachgrund und die ganze Kirche stehen, um den Glauben weiter lebendig zu halten und an die junge Generation weiter zu geben.
Zur Kommunion fanden sich alle Gottesdienst-Besucherinnen und Besucher in kleinen Gruppen zusammen, wo sie Brot und Wein empfangen konnten. Und in diesen kleinen Gruppen fanden dann schon erste übergreifende Begegnungen statt. Für die musikalische Umrahmung erhielten die Chöre aus Niederndorf und Weisendorf ein herzliches Dankeschön und schließlich wurden alle Besucherinnen und Besucher zur Einkehr in Obermembach eingeladen, um nach der seelischen Stärkung auch körperlich zu essen und zu trinken und gemeinsam das Miteinander zu feiern.