Emmausgang

"Vielleicht geht es uns wie den Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus waren. Sie haben die Spuren Gottes zunächst nicht erkennen können."
Traditionsgemäß trafen sich eine Gruppe Gläubiger und Kinder mit Pfarrer Johannes Saffer am Ostermontag, morgens um 9:30 Uhr, in der Reuther Marienkapelle zum Emmausgang.
Bevor man sich auf den Weg machte hörten die Gläubigen Texte und Gedanken zum bekannten Evangelium. Danach begaben sich die Gläubigen, bei strahlendem Sonnenschein, auf den Weg zum Waldfriedhof.
Dort angekommen hörte man weitere Gedanken:
„Aber der Emmausweg ist mühsam, kein Osterspaziergang. Der Kreuzestod Jesu hat seine Spuren hinterlassen: Nichts von himmlischer Harmonie oder ekstatischer Freude, vielmehr Traurigkeit und blankes Entsetzen. Viele kennen solche „Emmaus – Situationen“ auch heute: Tage, Wochen, gar Monate, in denen es hart auf hart kommt. Eine tiefe Kränkung, große Sorgen, Zeiten der inneren Leere und scheinbaren Gottverlassenheit. Da tut es gut, wenn jemand mich anspricht, mir zuhört, ein Stück des Weges mit mir geht. Andererseits könnte ich fragen, ob jemand darauf wartet, dass ich ihn anspreche, für ihn da bin. Wir sind nicht Jesus, aber wir können Weggemeinschaft anbieten, menschliche Nähe. So kann Gottes Gegenwart unter uns Menschen ihre Spuren hinterlassen und wir können mit ganzem Herzen glauben: Jesus Christus ist als Auferstandener immer noch mit uns unterwegs.“
Dann gedachte man der Verstorbenen mit einem „Vater unser“. Nach dem Lied „Preis dem Todesüberwinder“ und Fürbitten ging es weiter bis zum Obstgarten neben der Pfarrkirche.
Dort wurde nochmals innegehalten und die Gläubigen hörten folgenden Text:
„Wo immer die Spur von Emmaus auch liegen mag – in einem Winkel unseres Lebens, in unserem Dorf, in der weiten Welt – überall lässt Jesus Christus den Menschen die Augen aufgehen und in ihnen die Hoffnung neu entflammen: Sein Tod ist kein Scheitern, sondern Neubeginn. Als der Auferstandene lebt er zu allen Zeiten unter den Menschen. Mit jedem von uns möchte er in Beziehung treten. Denn er selbst versichert uns: „Ich habe euch nicht verlassen, ich bleibe bei euch, alle Tage, bis ans Ende der Welt.“
Anschließend wurde gemeinsam der Festgottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert.



