Familienwandern in den Oasen der Sinne

Stopp! Dass ja keiner auf den niedlichen Salamander tritt! An diesem schönen, sonnigen Maisonntag erkunden einige Familien, auf Einladung des SA Familie, in Münchsteinach den Kunst- und Naturerlebnisweg. Waltraud Wallner und Thomas Gebauer freuen sich, dass spontan eine muntere kleine Gruppe von etwa 20 Personen zusammengekommen ist, um mit Kindern, Eltern und Großeltern in der herrlichen Natur zu wandern und dabei viel Spannendes zu entdecken und auszuprobieren. Wir treffen uns auf dem Parkplatz der Steinachgrundhalle (am Ortsende von Münchsteinach; ausgeschildert) und gehen los. Munteres Aus- und Einschwärmen herrscht in den Backsteinen, Blumentöpfen und alten Baumstämmen des „Insektenhotels“. Infotafeln lehren uns Interessantes über die heimischen Bäume, und wir erleben, wie unterschiedlich sich Rindenstückchen und Holzscheiben anfühlen. An hohen Fichten vorbei gelangen wir bergauf zur Wolfsquelle, wo wir uns das herrlich frische Wasser über die Hände laufen lassen und wo wir mit Kaffee und Keksen verwöhnt werden. Immer wieder schmunzeln wir über lustige Gedichte am Wegesrand oder wir betrachten nachdenkliche Zeilen über den Menschen und seine Welt. Im weitläufigen Keltenareal legen wir die nächste Rast ein. Im Zentrum dieses etwa 100 Meter Durchmesser großen Areals schauen wir in die rekonstruierte Grabkammer eines wohlhabenden Kelten („Papa, ist der Tote echt?“) Sehr familienfreundlich sind die zahlreichen Sitzbänke, die sich kreisförmig um das zentrale „Heiligtum“ gruppieren. Wir staunen über die sehr große Menge und Vielfalt an Waldpilzen und Moos. Trotz der lang anhaltenden Wärme ist ein großer Mischwald durchaus in der Lage, über viele Monate hinweg Wasser zu speichern, was für Tiere und Pflanzen gleichermaßen wichtig ist. Da vorne liegt ein sehr, sehr langer Baumstamm auf Stützen. Ihn kann man als Telefon benutzen, indem man von einem Ende zum anderen Klopfsignale überträgt.
Es geht nun leicht bergab. Langeweile kommt überhaupt nicht auf, denn die Abfolge aus Gehen, Schauen, Ausprobieren und der abwechslungsreiche Weg, der problemlos auch für Kinderwagen befahrbar ist, geben immer wieder neue Anregungen. Plötzlich stehen wir vor einem riesigen Spinnennetz. Laut Reglementierung dürfen nur diejenigen weitergehen, die ohne Seilberührung durch eine Masche auf die andere Seite hindurchschlüpfen. Naja, bei Thomas ist das gar nicht so einfach… Sich einfach dranhängen und etwas rumschaukeln ist aber auch ganz lustig.
Sich ganz und gar auf seinen Partner verlassen und intensiv angenehme und auch andere Gefühle aufnehmen tun wir auf dem Barfußweg. Dass Holz klingt, und zwar recht unterschiedlich, und dass man damit sogar musizieren kann, zeigt uns das Walddendrofon.
Ein Blick auf die Uhr lässt uns entscheiden, eine Abkürzung zu nehmen. Noch vieles mehr bietet der Kunst- und Naturerlebnisweg, z.B. eine Windharfe, einen gläsernen Durchgang oder einen Naturwebrahmen. Sicherlich wird der eine oder die andere gerne nochmals wiederkommen oder auch vielleicht den Weg von Mittelsteinach aus ablaufen, wo ebenfalls verschiedene interessante Dinge auf Entdeckung warten (Rollender Stein, Spieloase, Tipi).
Glücklich gelangen wir wieder ins Ausgangsgebiet. Auch nächstes Jahr soll es wieder eine Familienwanderung geben; bitte auf die Abkündigungen im Pfarrbrief und in den Gottesdiensten achten.
Für den Familienausschuss
Thomas Gebauer



