Father Amaku aus Nigeria wieder in St. Josef zu Gast

„Ich komme immer wieder hierher, noch viele Jahre und so lange, bis es wirklich nicht mehr geht“. Dieses Versprechen gab Father Amaku aus Nigeria in der recht gut besuchten Abendmesse den Gottesdienstteilnehmern in der St. Josef Pfarrkirche. Wieder in Weisendorf während der Sommerzeit, wie schon seit 1995 regelmäßig, aber erstmals zusammen mit Pfarrer Lars Rebhan zelebrierte der überaus freundlich gestimmte Seelsorger aus dem westafrikanischen Land die Messfeier. Angereist war Amaku aus Karlstadt am Main, wo er auch in diesem Jahr wieder in der dortigen Stadtpfarrei die Urlaubsvertretung übernommen hatte. So hat der das Frankenland insgesamt ins Herz geschlossen und auf seinem persönlichen Wunsch hin wurde zum Messende sein „Lieblingslied“ „Oh himmlische Frau Königin“ mit allen fünf Strophen kräftig gesungen. Aufgrund der jahrelangen Verbindung hat Amaku mit vielen Familien nicht nur in der Weisendorfer Pfarrei, sondern auch in anderen Seebachgrundorten enge Freundschaft geschlossen. Versteht sich, dass er auch in der Abendmesse die Gelegenheit wahrnahm, um aktuell über die Situation in seinem Heimatland zu berichten. So leben derzeit in Nigeria 140 Millionen Menschen, wovon rund die Hälfte Muslime sind. 40 Prozent sind Christen, der Rest teilt sich in Naturreligionen auf. In der Küstenstadt Lagos allein wohnen über elf Millionen Menschen, dann folgen weitere sieben Millionenstädte, darunter die nur 100 km entfernte Hauptstadt Ibadan. Trotz reicher Erölvorkommen geht es den Menschen noch schlechter, als vor einem Jahr, als er damals ebenfalls in Weisendorf aktuell informierte. Das liege einfach daran, dass „mit Korruption der Kontinent Afrika und so auch Nigeria im speziellen überzogen ist“. Zwar fanden im April dieses Jahres Neuwahlen statt, „wo wieder böse Politiker an die Macht gekommen sind, die nicht für die Bevölkerung sondern nur für eigene Interessen arbeiten“. So sind immerhin 80 Millionen Menschen arbeitslos, was dazu beitrage, dass „die Zahl der Räuber und Diebe überall in Nigeria zugenommen hat“. Und die Arbeiter, welche Job nachgehen dürfen, müssen sich mit niedrigen Lohn abfinden. „Viele bekommen nicht mehr als 30 Euro im Monat“. So gibt es auch keine geregelte Stromversorgung, in den Schulen streiken die Lehrer und Professoren. Und so findet man in Nordnigeria kaum noch Mädchen, die in die Schule gehen. So bleiben diese armen Menschen hilflos, angesichts Hunger und sich ausbreitenden Krankheiten. Krankenversicherung und Renten gebe es nicht. Besonders schwer betroffen seien die Alten und die Kinder. Beruflich verantwortlich ist Amaku nun seit einigen Jahren als Regens am Klartiner Priesterseminar, wo derzeit 108 junge Afrikaner für den Priesterberuf geschult werden. Und wie Amaku ergänzte, gibt es weitere 15 dieser Einrichtungen in Nigeria. Sehr dringend benötigt werde ein Bus, um die wichtigen Transporte zu den einzelnen Stationen wie auch bei einem im nächsten Jahr in Nordnigeria stattfindenden Fußball - Wettbewerb abwickeln zu können. Seinem Wunsch um finanzieller Unterstützung kamen die Kirchbesucher mit großzügigen Spenden gerne nach.