Kapellenkirchweih zum 25jährigen Jubiläum in Reuth

Das 25jährige Weihejubiläum der Marienkapelle in Reuth wurde mit einem besonderen Festgottesdienst mit Erzbischof Herwig Gössl, Pfarrer Johannes Saffer und Pfarrvikar James gefeiert. Zur Begrüßung sagte Erzbischof Gössl, dass er noch einmal nachrechnen musste und es kaum glauben konnte, dass schon 25 Jahre vergangen sind, seit dem er als Pfarrer bei der Weihe der Kapelle im Jahr 1999 dabei war. Das ist eine lange Zeit – „und auch wenn wir gar nicht älter wurden“, wie er mit einem Augenzwinkern sagte, so hat sich doch vieles in 25 Jahren getan.
Erzbischof Gössl begann seine Predigt mit einem Zitat von Bertold Brecht „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, an das er beim Text der Lesung aus dem Alten Testament denken musste. Das Volk Israel hungerte in der Wüste nach dem Auszug aus Ägypten nach Wasser und Brot und erhielt damals das „Manna“ in der Wüste. Einem Hunger nach dem Brot des Lebens begegnete auch Jesus mit seinen Jüngern. Es ist eine Sehnsucht der Menschen nach Leben und Gemeinschaft und nach Gott.
Die Kapelle als Ort der Gemeinschaft in Reuth gab dem Dorfleben eine Mitte und versinnbildlicht die Suche nach der Mitte des Lebens, nach Gott. Die Kapelle will anregen zum dem Schönen, was wir hier erleben können, und ist ein Zeichen für den Zusammenhalt und für den Glauben. Sie bringt Menschen die Spur Gottes im Leben nah und führt sie zusammen. Als althebräische Wort „manhu“ bedeutet „Was ist das?“ und das können Menschen auch heute fragen, wenn Ausflügler an der Kapelle vorbeikommen und auf die Spur des Glaubens kommen.
Der Festgottesdienst wurde musikalisch von den Heckenmusikanten begleitet, die im Anschluss noch für Unterhaltung sorgten. Nach dem feierlichen Segen und Ende des Gottesdienstes bedankte sich der Vorstand der Reuther Dorfgemeinschaft, Georg Mayer, herzlich bei den drei Zelebranten und den Ministrantinnen und Ministranten sowie den vielen Helferinnen und Helfern in der Reuther Dorfgemeinschaft. Er blickte kurz zurück auf das erste Treffen vor 32 Jahren mit Georg Seitz, als 14 Reuther die Dorfgemeinschaft gründeten mit dem Ziel zur Erbauung der Marienkapelle, die in einem Jahr mit viel Eigenleistung erbaut wurde und seitdem mit den regelmäßigen Gottesdiensten und den gemeinschaftlichen Treffen im Kapellenkeller zum Mittelpunkt des Ortsteiles wurde.
Später am Nachmittag folgte ein kurzes Grußwort von Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein und Erzbischof Herwig Gössl trug sich in das Goldene Buch der Marktgemeinde Weisendorf ein. Viel Zeit nahm sich Erzbischof Gössl zur Begegnung mit den Menschen aus Reuth und aus dem Seebachgrund, die sich sehr über den Besuch ihres „alten Pfarrers“ freuten.
Die Kapellenkirchweih zum 25jährigen Jubiläum war ein wunderbares Fest für Leib und Seele und wurde von allen Besucherinnen und Besuchern sehr genossen!