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Kuschel- und Plüschtiere für Brieffreunde im Nagaland

ZUBZA
Datum:
Veröffentlicht: 3.12.12
Von:
Heinrich Schmidt
Kinderärztin Dr. Renata Lysy reist nach Zubza
ZUBZA

Mit mehr als 100 Begleitern, die alle in der Textilreinigung Möhrenschlager in der Würzburger Straße versammelt waren, ist die Kinderärztin Dr. Renata Lysy derzeit im Nagaland unterwegs. Das besondere dabei ist, dass ihre Reisebegleiter alle aus Plüsch sind. Bei den letzten Vorbereitungen der Indienreise hatte auch das Herzogenauracher Christkind Nina Möhrenschlager im Geschäft ihrer Oma den ersten Auftritt und wünschte dem Vorhaben viel Erfolg. In der Herzogenauracher Reinigung Möhrenschlager wurden Plüschtiere gesammelt, die jetzt unsere Brieffreunde im indischen Nagaland bekommen. Kinderärztin Renata Lysy übernimmt den Transport, weil sie sowieso die von den Weisendorfern „Zubzas“, eingerichtete Krankenstation in Zubza besuchen will. Aber wie kam es zu der doch etwas ungewöhnlichen Aktion? Adelheid Möhrenschlager erzählt: "Eines Tages kam ein Mann in den Laden, in der Tüte zwei Plüschtiere und wollte diese reinigen lassen." Der Mann war Ernst Klimek von den Weisendorfer "Zubzas" und die zwei Kuscheltiere sollten nach Indien in das Nagaland gehen. Im Gespräch kamen die beiden darauf, dass auch Nina Möhrenschlager aus ihrer Kindheit in Kartons und Säcken verpackt jede Menge Kuschel- und Plüschtiere aufbewahrte, und sie hatten die Idee, diese ebenfalls den Kindern in Indien zu geben. In der Reinigung wurde für die Aktion geworben und Kundinnen mit bereits erwachsenen Töchtern brachten die flauschigen Gesellen körbeweise vorbei. Auch Nina Möhrenschlager trennte sich von einem Großteil ihrer Schmusegesellen. Aus einem Waschkorb fischte das Christkind einen Teddy: "Ohne ihn konnte ich nicht einschlafen, ihm habe ich meine Sorgen anvertraut und er hat alles für sich behalten", erzählte Nina aus ihrer Kindheit.

Die Geheimnisse rausgewaschen

Adelheid Möhrenschlager machte sich die Mühe, jedes Teil zu reinigen, und jetzt bevölkerten die Tiere den Laden. "Da wurden bestimmt viele Tränen und Geheimnisse rausgewaschen", meinte die Besitzerin schmunzelnd. Adelheid Möhrenschlager wurde regelrecht vom "Zubza-Fieber" gepackt, so werden bis zum 24. Dezember von jeder gereinigten Hose 50 Cent und die Trinkgelder in die "Zubza-Dose" auf der Ladentheke gehen, aber auch weitere Kuscheltiere nimmt die Geschäftsfrau gerne entgegen. Aber wie kommt da die Kinderärztin ins Spiel? Die Weisendorfer Schüler, die unter anderem eine Schulpartnerschaft mit der Don-Bosco-Schule im nordindischen Zubza haben und sich deswegen "Zubzas" nennen, finanzierten mit ihren gesammelten Spenden eine Kranken- und Sanitätsstation. Deswegen besuchten sie die Praxis von Renata Lysy, um zu erfahren, was dafür nach Indien geschickt werden muss.

„Dann lass' ich eben eine Reisetasche zu Hause"

Da die Kinderärztin eine Reise nach Indien plante, konnte sie schnell für das Vorhaben gewonnen werden, war allerdings dann doch etwas überrascht, als sie sah, wer in der Textilreinigung alles auf sie wartete. "Dann lass' ich eben eine Reisetasche zu Hause", erklärte die Kinderärztin kurzentschlossen, denn es sollen so viel Kuscheltiere als möglich, mit auf die Reise gehen. Die Ärztin wird sich eine Woche im Nagaland aufhalten, mit dem medizinischen Personal der Krankenstation sprechen, sich die Ausstattung genau ansehen und prüfen, was noch fehlt. Pfarrvikar James Nangachiveettil aus Weisendorf gab der Ärztin Tipps, eine Liste mit Ansprechpartnern, an die sie sich nach ihrer Ankunft wenden kann. Außerdem will Lysy sich die bereits abgeschlossenen Projekte besuchen und den "Zubzas" nach ihrer Rückkehr berichten.

Initiator Ernst Klimek freute sich, dass die "Zubzas" auch in Herzogenaurach Anklang finden, denn im Nagaland sei noch viel zu tun. Als nächstes soll eine Hühnerzucht aufgebaut werden, so soll den Kleinbauern und Familien zu einem Einkommen verholfen werden. Durch dieses Projektvorhaben erhoffen sich die "Zubzas" die Stärkung kleinerer Geschäftsideen und die Verbesserung der Ernährungssituation besoders der Kinder, die am stärksten unter Mangelernährung leiden.

FT / Richard Sänger
Ernst Klimek

 

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