Menschen begleiten im Älterwerden

Von Ende Oktober 2015 bis März 2016 haben sich 21 Frauen und zwei Männer aus dem Seebachgrund regelmäßig getroffen und an dem in ökumenischer Zusammenarbeit durchgeführten Kurs „Menschen begleiten im Älterwerden“ teilgenommen.
Die Teilnehmer hatten sich aus unterschiedlichen Gründen gemeldet. Einige, die auch schon in einem Besuchsdienst aktiv sind, hatten den Wunsch nach mehr Sicherheit und neuem Wissen. Andere wiederum kamen, weil in der eigenen Familie dieses Thema konkret ansteht.
Der Kurs ging über zehn Einheiten und beinhaltete viele unterschiedliche Themen, mit denen man auch im täglichen Leben immer wieder konfrontiert wird.
Begonnen wurde mit dem Thema „Herausforderung Älterwerden“. Hier bekamen wir eine erste Einführung über das, was ältere Menschen brauchen und welche Bedürfnisse ein Besuchsdienst erfüllen kann.
Beim folgenden Thema „Meine Grenzen - Deine Grenzen“ wurde gemeinsam erarbeitet, wo die eigenen Grenzen liegen und welche Grenzen auch der Besuchte haben kann. Grenzräume und Raum lassen sind deshalb sehr wichtig. Auch ist es gut zu wissen, wie man Grenzüberschreitungen zuvorkommen und möglicherweise auch gegensteuern kann.
Bei dem Vortrag von Rosi Schmitt, Fachstelle für pflegende Angehörige und ASB, zum Thema „Umgang mit verwirrten Menschen“ merkten alle sehr schnell, dass ein gesonderter Demenzkurs gut wäre, um dieses Thema zu vertiefen.
Auch haben wir den Pflegedienst und die Tagesbetreuung der Caritas vor Ort in Höchstadt besucht, um die Angebote und deren Abläufe mit eigenen Eindrücken besser verstehen zu können.
Bei „Menschen zuhause besuchen - Hemmschwellen überwinden“ führte uns Frau Kubin, Soziale Beratung der Caritas, in verschiedene Kommunikationsformen ein. So wurde uns klar, dass ein Satz ganz verschieden ausgelegt werden kann, je nachdem wie ihn der eine ausspricht und der andere ihn aufnimmt. Da waren alle sehr überrascht, wie wichtig die richtige Kommunikation sein kann und wie schnell auch Missverständnisse oder Vorurteile entstehen können.
Beim Thema „Wie Hoffnung aus dem Glauben vermitteln“ wurde uns von Pfr. Rebhan aufgeführt, wie man durch Symbole und Zeichen, Stärke und Hoffnung geben kann.
An einem Praxistag, den Frau Dr. med. Binder aus Weisendorf leitete, lernten wir verschiedene Kommunikationsmodelle, deren Grundhaltungen und auch bestimmte Regeln der Kommunikation kennen. Diese wurden dann natürlich gleich praktisch erprobt. Dies war eine sehr spannende Erfahrung, wie alle feststellten.
Gegen Ende des Kurses bekamen wir zudem Tipps von Frau Pfr. Lechner - Schmidt. Sie ging auf das Thema „Wie Sterbenden begegnen“ ein. Ein sehr emotionales Thema, das allen aber sehr wichtig war und auch zu Herzen ging.
Beim vorletzten Kursabend stand das Thema „ Wenn das Leben weh tut? - Gestalten von Übergängen“ im Mittelpunkt. Besprochen wurde, welche verschiedenen Übergänge es im Leben geben kann und wie man lernt, diese zu erkennen, anzunehmen und dadurch neue Wege und Möglichkeiten zu finden.
Das Thema am Kursende zielte bereits auf die Zukunft ab: „Vertraut auf neuen Wegen“. Dies gaben uns Rosalie Scherlein vom Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg, Pfr. Lechner- Schmidt (ev.), Pfr. Rebhan (kath.) und Helmut Hof von der KEB mit auf den Weg. Nach einem feierlichen Abschluss und der Zertifikatsüberreichung wurde noch viel gesprochen. Alle Kursteilnehmer waren sich einig, dass sich der Kurs gelohnt hat. Die persönliche Bereicherung, die alle für sich feststellten, wird sicher auch in die Pfarreien hineingetragen werden.
Ein Herzliches Dankeschön auch den Trägern der Fortbildung , dem Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg, der KEB - Kath. Erwachsenbildung im Landkreis ERH, der Diakoniestation Weisendorf und der Caritas Erlangen. Natürlich auch ein herzliches „Vergelt`s Gott“ allen Referenten und Teilnehmern, ohne sie wäre dieser Kurs nicht zustande gekommen und kann nun in unseren Pfarrgemeinden Früchte tragen.
Margarete Zink



