Oberkommissar Stefan Schmidt bei den Senioren/-innen

„Vorsicht, Abzocke!“, unter diesem Titel stand das Referat von Hauptkommissar Stefan Schmidt von der Dienststelle Herzogenaurach im gut besetzten Pfarrsaal, vor den Senioren/-innen. Vorab gab er noch einige Tipps zur Einbruch-/Diebstahlsicherung. Und da er wusste, wovon er sprach, wurden aus der angedachten guten Stunde fast 2 Stunden, gespickt mit Erfahrungsbeispielen und aufgelockert durch viele Zwischenfragen.
Dabei sind es oft die Selbstverständlichkeiten: z. Bsp. beim Fortgehen – auch nur mal ganz kurz – die Türen zuschließen und nicht nur in Schloss ziehen, Fenster und Balkontüren – falls möglich – auch abschließen und vor allem nicht den Schlüssel stecken lassen, bei Urlaub die Rollos oben und die Post leeren lassen. Gut ist eine Zeitschaltuhr im Wohnzimmer, die bei Dunkelheit angeht und zur Schlafenszeit abschaltet usw. Ein besonders guter Einbruch- oder Diebstahlschutz ist allerdings eine gute Nachbarschaft.
Mehr Zeit nahm die Warnung vor Haustürgeschäften in Anspruch: Türspion, keine Fremden in die Wohnung lassen, am besten grundsätzlich eine Kette vorlegen und erst prüfen, wer vor der Tür steht. Ideal wäre eine Video-Überwachung. Bei Handwerkern und Händlern – Artikel von fuß - und mundschaffenden Künstlern und Gegenständen aus Behinderten-Werkstätten werden grundsätzlich nicht an der Tür verkauft! – die Gewerbekarte geben lassen und prüfen, nicht nur so flüchtig zeigen lassen. Grundsätzlich nichts unterschreiben. Falls doch, Durchschrift geben lassen und prüfen, ob nicht darunter ein weiteres Exemplar per Durchschrift unterschrieben wurde. Manche Betrüger geben sich auch als Polizisten, Mitarbeiter der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke aus, als Heizungsableser, Berater von Krankenkassen oder der Rentenversicherung oder Postzusteller. Keine Annahme von Nachnahmesendungen für Nachbarn, falls nicht durch diese angekündigt. Grundsätzlich den Dienstausweis zeigen lassen und – soweit möglich – auf Echtheit prüfen. Für Haustürgeschäfte gilt eine 14-tägige Widerrufsfrist.
Und dann gibt es noch weitere Spielarten, wie z. Bsp. der Enkeltrick: „Rate mal, wer am Telefon ist, Oma!“ „Ach, bist du es, Rolf?“ „Ja, Oma. Du, ich habe so Pech mit meinem Auto, musste zur Reparatur und die € 3.500,- habe ich nicht. Und ich brauch‘ doch den Wagen zur Arbeit. Brauchst auch nur leihen, in 2 Wochen bekommst du das Geld zurück, ehrlich! Ich schicke gleich einen Freund vorbei, der holt das Geld bei Dir ab und bringt es mir. Ach, Oma, Du bist doch die Beste!“ Und wie viele Omas sind darauf schon reingefallen! Beträge über € 20.000,- sind keine Seltenheit.
In Verdachtsfällen die 110 anrufen, da hilft man schnell und unbürokratisch.
Die Senioren/-innen waren sehr angetan, merkten nicht, wie die Zeit verging und meinten einhellig „Das war mal wieder gut, kommen sie ruhig noch einmal!“
Und zur Gedächtnisauffrischung gab es noch eine Broschüre der Polizei „Sicherheitstipps für Seniorinnen und Senioren.
Ortwin Fischer