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ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST ZUR GEBETSWOCHE FÜR DIE EINHEIT DER CHRISTEN 2023

ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST
Datum:
Veröffentlicht: 30.5.23
Von:
Sandra Ebersberger

„Tut Gutes! Sucht das Recht!“ (Jes 1,17)

Am Pfingstmontag fand in diesem Jahr der gemeinsame ökumenische Gottesdienst zur Einheit der Christen für die katholischen Pfarreien und evangelischen Kirchengemeinden im Seebachgrund statt. Pfarrerin Elisabeth Weichmann und Pfarrer Johannes Saffer eröffneten den Gottesdienst in der kath. Pfarrkirche St. Josef in Weisendorf unter dem Leitspruch: „Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!“ Dieser Vers aus dem Buch Jesaja steht dieses Jahr über der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Jesaja forderte das Volk Gottes seiner Zeit auf, zu lernen, gemeinsam Gutes zu tun, gemeinsam Recht zu suchen, gemeinsam den Unterdrückten zu Hilfe zu kommen, gemeinsam die Waisen zu verteidigen und für die Witwen einzutreten. Die Herausforderung des Propheten gilt auch für uns heute.
Dieses Motiv hat außerdem theologische und liturgische Bedeutung. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird in der nördlichen Hemisphäre im Januar begangen, kurz nach dem in vielen Traditionen begangenen Fest der Taufe des Herrn. Der Glaube, dass zu dieser von Gott geliebten Gemeinschaft, die schon ist und zugleich noch wird, alle gehören und alle ihre Mitglieder sind, treibt die Arbeit für soziale Gerechtigkeit und insbesondere Rassengerechtigkeit an und ruft uns als Mitschöpfer mit Gott zum öffentlichen Zeugnis und zur Fürsprache auf, um in der ganzen Schöpfung Frieden in Gerechtigkeit zu schaffen.
Die Gebetswoche findet in der Regel im Januar statt. Dieses Jahr wird der Gottesdienst jedoch mit anderen Teilen der Welt um Pfingsten begangen, wenn wir die Entstehung der Kirche feiern. Die Kirche wird durch den Geist errichtet, inmitten von Verschiedenheit und mit der einigenden und prophetischen Kraft des Heiligen Geistes.
Pfarrer Saffer übernahm die Predigt und ging auf das Pfingsten. Frei nach dem Ausruf des Zauberlehrlings in Goethes Gedicht übertrug er das geflügelte Wort auf den Heiligen Geist: „Den heiligen Geist, den ich rief, werde ich nicht mehr los!“. Gottes Geist wirkt in vielen Christinnen und Christen, die sich für Mitmenschlichkeit einsetzen – ob in Wärmestuben, Mitwirkung in der Pfarrei oder Kirchengemeinde vor Ort, im Engagement für Gleichberechtigung oder Frieden. Der Heilige Geist setzt Kräfte frei, die Menschen brauchen, um diese Welt zum Guten hin zu verändern und so zu gestalten, dass die kommenden Generationen auf dieser Welt Frieden und Heimat finden können.

Die Fürbitten wurden gemeinsam von je einer Vertreterin der katholischen Pfarrgemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde Weisendorf übernommen.

Mit dem gemeinsamen Segen endete der ökumenische Gottesdienst als Abschluss zum Geburtstagsfest der Kirche.