Ökumenischer Gottesdienst zur Kirchweih 2020

Auf den Tag genau, am 30.08.1885, wurde die „neue“ katholische Kirche in Weisendorf geweiht und damit am traditionellen Kirchweihsonntag der „alten“ Weisendorfer Kirche. So war dies ein schöner Anlass, um das Kirchweihfest ökumenisch mit einem gemeinsamen Gottesdienst von evangelischen und katholischen Christen zu feiern. Durch das Regenwetter bedingt, konnte es kein „Freiluft-Gottesdienst“ werden und aus Platzgründen fand der Gottesdienst in der Mehrzweckhalle statt. Damit hatte auch die politische Gemeinde ihren Anteil an der diesjährigen Kirchweihfeier ohne gesellige Kirchweih, ohne Zelt und gemütliches Beisammensein. Für die Bereitstellung der Halle erhielt der zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein einen herzlichen Dank an die Gemeinde.
Unter den Gästen aus beiden Kirchengemeinden war auch eine Abordnung der „Kerwa-Madla“ aus Weisendorf, die damit auch eine Verbindung zum geselligen Teil der Kerwa zeigten.
Der evangelische Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt gestaltete gemeinsam mit dem katholischen Seelsorger Pfarrer Johannes Saffer den Gottesdienst, unterstützt von einem ökumenischen Team aus beiden Kirchengemeinden und dem evangelischen Posaunenchor. So konnte, wie Pfarrer Lechner-Schmidt in seiner Ansprache erwähnte, auch ohne den vertrauten Rahmen einer Kirche, ohne Glockengeläute und ähnliches, eine festliche Stimmung zur gemeinsamen Wortgottesfeier aufkommen.
In seiner Predigt erzählte Pfarrer Lechner-Schmidt von einer „ökumenischen Besonderheit“ aus Weiden, wo es einstmals eine katholische und eine evangelische Apotheke gab und in der katholischen Apotheke eine extra Eingangstür für die evangelischen Christen geschaffen wurde, damit sie ungesehen vom eigenen Apotheker-Glaubensbruder in die andere Apotheke gehen konnten. Dies war damals dort kein Beispiel für eine Trennung mit separaten Eingängen, sondern im Gegenteil eine findige Lösung zum zusammen kommen. Durch die langjährige ökumenische Tradition der beiden Konfessionen in Weisendorf gibt es dort solche Geschichten längst nicht mehr. Als sehr schöne Geste bedankte sich der evangelische Pfarrer dann auch bei seinem katholischen Kollegen und dem Ökumene-Team für den Vorschlag, die Kollekte dieses Kirchweihgottesdienstes für die Renovierung der evangelischen Kirche zu verwenden.
Voraussichtlich bis Ostern 2021 wird es dauern, bis dort wieder im neu gestalteten Kirchenraum Gottesdienst gefeiert werden kann – und ganz sicher werden dann auch zahlreiche katholische Gäste dabei sein!
Mit den feierlichen Klängen von „Großer Gott wir loben dich“ durch den Posaunenchor unter Leitung von Katrin Schmerler endete der Gottesdienst nach dem gemeinsamen Segen – trotz der Corona-Einschränkungen konnte die Kirchweih in diesem Jahr, wenn auch ganz anders, begangen werden. Nach der langen Zeit ohne Gottesdienste und dann Gottesdiensten mit stark eingeschränkter Personenzahl aufgrund der „Corona-Vorschriften“ war diese gemeinsame Gottesdienstfeier im größeren Kreis ein sehr schönes Erlebnis und ein Hoffnungszeichen.
Die beiden Pfarrer zeigten sich optimistisch, dass im nächsten Jahr wieder ein ökumenischer Kirchweihgottesdienst dann im Festzelt stattfinden kann.


