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PV James feierte 40-jähriges Priesterjubiläum

JUBILÄUM
Datum:
Veröffentlicht: 21.12.10
Von:
Heinrich Schmidt

Im Rahmen einer heiligen Qurbana ( Eucharistiefeier im syro-malabarischen Ritus ) feierte Pfarrvikar James Nangachiveettil am Sonntag, dem 19. Dezember gemeinsam mit 4 Co-Zelebranten und vielen Gläubigen der Pfarreien Hannberg und Weisendorf in der Pfarrkirche St. Josef, Weisendorf sein 40-jähriges Priesterjubiläum.
Vor dem Schlusssegen bedankten sich Oskar Klinga, Vorsitzender des Hannberger Pfarrgemeinderates und Berthold Bauer, Vorsitzender des Weisendorfer Pfarrgemeinderates im Namen der Gläubigen Pfarrvikar James Nangachiveettil für seine seelsorgerische Arbeit und überreichten Präsente. Der Jubilar seinerseits bedankte sich und erinnerte sich der liebevollen und hilfsbereiten Christen in den Pfarrgemeinden.
Pfarrvikar James Nangachiveettil gehört zum Erzbistum von Changanacherry im Bundesland Kerala in Süd-Indien und damit auch zur orientalischen syro-malabarischen Kirche, einer mit Rom unierten Kirche.
Seine Priesterweihe erhielt er am 19.Dez.1970. Zunächst war er in seiner Heimat Indien als Kaplan und später als Pfarrer seelsorgerisch tätig. Seine letzte Stelle in der Seelsorge war die des Direktors des Vereins von Waisenhäusern.
Danach war er u. a. drei Jahre in Kenia als Missionar und für ein Jahr in den USA zum Studium. Im September 1995 kam er der Bitte seines Erzbischofs nach und ging nach Deutschland. „Ich befürchtete, dass ich in Deutschland noch stärker Heimweh haben könnte als ich das in den USA erlebt hatte. Aber ich habe das Gegenteil erfahren! Die Christen in den Pfarrgemeinden sind liebevoll und hilfsbereit. Es gibt einige Familien, die ich ohne Anmeldung besuchen darf. Ich fühle mich zu Hause. Ich danke Gott, dass ich als Mitarbeiter von Pfarrer Rebhan (und bei seinem Vorgänger Pfarrer Gössl) hier sein und ihre Freundschaft genießen darf.“
Wie der Jubilar sind weitere zehn indische Priester aus seinem Heimatbistum im Erzbistum Bamberg tätig. Einen Teil ihres Gehaltes erhält deren Heimatbistum in Indien und dessen Mission in Agra. Hier steht das weltbekannte Taj Mahal. In Agra – ca. 4.000 km vom Bistum entfernt - sind Priester und Ordensschwestern des Erzbistums tätig. So wird z. B. eine Schule mit 3.000 Schülerinnen unterhalten. „Auf Grund der Gnade Gottes, von MISSIO, des Sachausschusses „Mission“ in Weisendorf und der Großherzigkeit der Christen hier, konnte ich viel für die Mission in meinem Heimatbistum und in 3 Bundesländern in Nord-Indien tun. (Hilfen für Internate, Unterstützung einer Schule, Bau eines Pfarrhauses, Anschaffung eines Krankenwagens, Ausbildungshilfe für 100 Mädchen). Durch das Interesse von Lehrer Ernst Klimek und den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Weisendorf ist das Projekt Gebetskreis der Schulen in Weisendorf und in Zubza in Nord-Indien sehr interessant geworden. Die Kinder tauschen ihre Gebetsanliegen durch Briefe aus. Gott segne die Christen hier und ihre Familien.“

Die syro-malabarische Kirche

Die Wurzeln der Kirche gehen auf den Apostel Thomas zurück, der Jerusalem im Jahr 40 n. Chr. verlassen haben soll. In den Jahren von 42 bis 49 evangelisierte er die Völker des Nahen Ostens (heute Iran, Irak, Afghanistan ). Der Legende nach kam er im Jahre 53 nach Indien. Die indische christliche Kirche könnte somit älter sein als die meisten europäischen. Gemäß der Überlieferung reiste Thomas von 53 bis 60 entlang der südwestlichen Küste Indiens (damals Malabar, heute der Unionsstaat Kerala) und gelangte schließlich nach Madras. Dort soll ihn ein Brahmane mit einem lanzenähnlichen Rohr während der Feier der heiligen Messe getötet haben.

Dieter Wintrich