Rev.Fr. Anwar Lazar nach 4 Jahren wieder in St. Josef

In der Vorabendmesse und bei der Vorstellung der Firmlinge am Sonntag berichtete Fr. Lazar über seine Pfarrei Samanabad in Lahore/Pakistan. Sie wurde ursprünglich im Jahre 1976 von den belgischen Kapuziner-Missionaren gegründet, umfasst ein Gebiet von 10 Km² und ist zurzeit Heimat für ca. 3000 Familien. Da jede Familie im Schnitt 4 – 5 Kinder hat, sind es ca. 20.000 Christen mit stark wachsender Tendenz. Das Durchschnittseinkommen einer Familie beträgt ca. € 45,- im Monat. Obwohl sie in einem überwiegend islamischen Land leben – die Christen machen nur knapp 2 % der Bevölkerung aus -, nehmen sie den Glauben und die religiösen Praktiken sehr ernst. Jährlich werden 600 Kinder getauft und gehen auch ein halbes Jahr später zur Firmung nach gründlicher Vorbereitung durch die Katecheten. Pro Jahr werden ca. 150 Paare getraut. Allerdings gehen aufgrund der großen Entfernungen und der nicht vorhandenen Infrastruktur nur gut 10 % regelmäßig zum Gottesdienst. 3 der 5 sonntäglichen Gottesdienste hält Fr. Lazar selber, 2 weitere werden durch Gastpriester abgedeckt. Zu dem Pfarrgemeinderat, der ihm zur Führung der Pfarrei zur Seite steht, gehören 4 Nonnen, die sich auch um die behinderten Mädchen der Pfarrei kümmern, 9 Katecheten und 14 vom Ältestenrat aus den verschiedenen Bezirken der Pfarrei. Eine Erleichterung wird der Neubau einer Kapelle bringen, deren Dach aus Geburtstagsspenden zum 70. von Gastgeber Ortwin Fischer sowie aus zusätzlichen privaten Mitteln finanziert wird. Zur Einweihung im nächsten Jahr will Fischer wieder nach Pakistan fliegen. Zur Pfarrei gehört auch ein Gymnasium, das von dem belgischen Kapuziner Fr. Luke 1980 gegründet wurde, der schon damals erkannte, dass ohne Ausbildung eine religiöse und soziale Entwicklung nicht machbar ist. Diese Schule, die 25 km vom Pfarrhaus entfernt ist, wird z. Zt. von 210 Jungen und Mädchen besucht. In den knapp 30 Jahren ihres Bestehens hat die Schule 2 Priester, 4 Katechisten und viele Lehrer und Krankenschwestern hervorgebracht. Da die Schule weder vom Staat noch vom Bistum finanziell unterstützt wird, tut sie sich sehr schwer. Z. Zt. werden über Herrn Fischer 19 Jungen und Mädchen gesponsert, deren Angehörigen eine Ausbildung nicht finanzieren können. Ganz dringend benötigt die Schule einen Fotokopierer, ein Notstromaggregat wegen der häufigen Stromausfälle und nach 30 Jahren auch einige Reparaturen und einen Neuanstrich.
Die Gemeinde St. Josef spendete bei den Türkollekten € 657,-.
Verfasser:
Ortwin Fischer
