Spendenübergabe der diesjährigen Caritas-Herbstsammlung

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es
Menschen in Not schnell und unkompliziert helfen - diesen Auftrag nehmen die Caritas-Sammlerinnen in unserer Pfarrei St. Josef sehr ernst und überlegen sich immer wieder neu, wie dieser in die Tat umgesetzt werden kann. Deshalb wurde nun beschlossen, mit dem Erlös der diesjährigen Herbst-Sammlung die Arbeit der „Caritas Straßenambulanz Franz von Assisi“ in Nürnberg zu unterstützen.
Im Rahmen eines Info-Vortrags wurde an Herrn Stubenvoll, Leiter der Straßenambulanz, der zusammengekommene Spendenbetrag in Höhe von 1.085,25 Euro von Herrn Zwingel, Kirchenpfleger von St. Josef, überreicht. Dieser Betrag wird in die medizinische Versorgung fließen, z.B. für die Beschaffung von Medikamenten, Verbandsmaterial und Impfstoffen für Kinder.
Im Anschluss der Spendenübergabe stellte Herr Stubenvoll dann die Einrichtung und deren Aufgabengebiet vor.
Warum ist es wichtig, auch Obdachlose zu unterstützen?
Es hat oft unterschiedliche Gründe, warum Menschen obdachlos werden. Ganz oben in der Statistik steht der Verlust der Arbeitsstelle, gefolgt von Abhängigkeit (Alkohol, Drogen), Überschuldung und zu hohen Mieten. Ebenso können Trennung und Erkrankung zu Obdachlosigkeit führen.Davon sind dann auch oft Kinder betroffen.
Viele Patienten der Straßenambulanz haben schon jahrelang keinen Arzt mehr aufgesucht. Meistens weil sie keinen Versicherungsschutz mehr haben, es ihnen unnötig erscheint oder sie sich aus Scham nicht mehr in eine Behandlung trauen. In der Straßenambulanz werden sie dann versorgt und auch an Fachärzte weitervermittelt, wie zum Beispiel an Zahn- und HNO-Ärzte. Besonders erwähnenswert ist die Arbeit der beteiligten Ärzte, die die Patienten zum großen Teil kostenfrei behandeln, da oft kein Versicherungsschutz mehr besteht.
In diesem Zusammenhang wurde den Zuhörern auch aufgezeigt, wie schwierig die Situation für Schwangere ist. Herr Stubenvoll machte dies an einem Beispiel deutlich: eine Schwangere hat, da kein Versicherungsschutz bestand und sie über kein Geld verfügte, zuhause und ohne Hebamme ihr Kind entbunden. Was der Schwangeren allerdings nicht bekannt war, ist die Tatsache, dass in Deutschland eine Hebamme bei der Geburt dabei sein muss, damit so belegt werden kann, dass das geborene Kind von besagter Mutter abstammt. In dem Beispielfall wurde daher tatsächlich ein Mutterschafts(!)-test erforderlich, damit das Kind überhaupt bei den Behörden gemeldet werden konnte. Dieser Beispielfall ließ die Anwesenden erstaunt aufhören.
Herr Stubenvoll berichtete weiter, auch anhand mitgebrachter Bilder, mit welchen medizinischen Problemen das Team der Straßenambulanz zu tun hat. Diese gehen über ganz „banale“ Erkältungskrankheiten, eiternde Abszesse, erfrorene Gliedmaßen bis hin zu stark entzündeten Wunden, bei denen nur noch die Amputation des betroffenen Gliedmaßes hilft.
Durch ihre Streetwork-Arbeit kommen die Mitarbeiter der Straßenambulanz auch zu den Menschen, die nicht die Straßenambulanz aufsuchen, und können entsprechend vor Ort helfen.
Auch hat die Straßenambulanzmit vielendrogenkonsumierenden und drogengefährdeten Frauen und Männer zu tun. In diesem Rahmen wird Betroffenen eine Substitutionsbehandlung - das ist ein Programm zum Drogenausstieg, in dem die Betroffenen Ersatz-Medikamente erhalten, um nicht einen Entzug durchlaufen zu müssen - angeboten. Dazu sei angemerkt, dass die mit harten Auflagen verbunden ist - sowohl für die Abhängigen als auch für den Arzt. Ein Aspekt ist hier, dass die Behandlung nicht unterbrochen werden darf. Dies bedeutet für beide Seiten, sich an 365 Tagen im Jahr zu sehen. Die medizinische Versorgung der Straßenambulanz erfolgt daher durch ein kooperierendes, multiprofessionelles Team.
Neben der medizinischen und pflegerischen Basisversorgung wohnungsloser Frauen, Männer und Kinder bietet die Straßenambulanz im Caritas-Sozialzentrum St. Ludwig darüber hinaus z.B.Möglichkeiten zum Wäschewaschen, Baden und Duschen. Sie verfügt über eine Lebensmittelausgabe sowie eine Kleiderkammer. Diese Angebote werden sehr gerne in Anspruch genommen. Zum Beispiel auch weil obdachlose Menschen ebenso ein Schamgefühl haben und sie doch gerne gewaschen, z.B. zu einer ärztlichen Untersuchung, gehen.
Der Info-Abend war für alle Anwesenden sehr beeindruckend und zeigt noch einmal mehr, dass das Mitmachen, ob durch Sammeln oder durch Spenden, sich auf jeden Fall lohnt. Es ist eine Form, Solidarität mit Menschen, die sich in schwierigen Situationen befinden, in die Tat umzusetzen.
Allen Sammlerinnen und Spendern ein herzliches „Vergelt´s Gott“!
Caritas Straßenambulanz Franz von Assisi
Spendenkonto: Sparkasse Nürnberg, IBAN: DE77 7605 0101 0001 7022 59 (BIC: SSKNDE77XXX) Kennwort: Straßenambulanz
Margarete Zink für den Sachausschuss Caritas

