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„Wir sind Erzbischof“ – Feier der Amtseinführung von Herwig Gössl als Erzbischof von Bamberg

Amtseinführung von Herwig Gössl als Erzbischof von Bamberg
Datum:
Veröffentlicht: 3.3.24
Von:
Sandra Ebersberger

Zu diesem für den Seebachgrund so bedeutsamen Ereignis brach eine Gruppe schon frühmorgens um 7.00 Uhr mit dem Bus ab Hannberg auf zur Fahrt zum Bamberger Dom. Ausgestattet mit den gelben Tüchern als Kennzeichen für die Pfarreien Weisendorf und Hannberg standen wir um fünf Minuten vor acht Uhr am Bamberger Dom und wurden um acht Uhr eingelassen. Nach den reservierten Plätzen zahlreicher Ehrengäste konnte ein Großteil der Gruppe Sitzplätze mit gutem Blick ergattern und harrte geduldig aus bis zum Beginn des Gottesdienstes um 10.30 Uhr. Nach einer fünfzehnminütigen Stille, als Ruhe im Dom einkehrte nach den Vorbereitungen von Fernsehteams, so viele Menschen überall noch Platz gefunden hatten, die politischen Ehrengäste eingetroffen haben, läutete es lange und ausgiebig. Und dann war es soweit! Die Seitenpforte öffnete sich und eine lange Reihe von Bischöfen und Würdenträgern zog mit unserem neuen Erzbischof feierlich ein und der Gottesdienst begann.
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Nikola Eterovic, übergab im Dom dem Domkapitel die Ernennungsurkunde des Papstes. Diese wurde feierlich verlesen und ausgestellt. Der emeritierte Erzbischof Ludwig Schick überreichte den Bischofsstab „als Zeichen für Gabe und Aufgabe des neuen Amtes“ und sprach vom Guten Hirten – „Du wirst ein guter Hirte sein!“. Schick wünschte seinem Nachfolger Mut und Gelassenheit, Zuversicht und Geduld. Begleitet vom Nuntius und Kardinal Reinhard Marx, nahm Herwig Gössl seinen Platz auf der Kathedra, dem Bischofsstuhl ein – anhaltender Applaus brandete im Dom auf!
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst mit der Premiere der „Missa Bambergensis“, die für diesen Anlass komponiert wurde, vom Bamberger Domchor, der Mädchenkantorei, der Domkantorei und den Dombläsern unter Leitung von Domkapellmeister Vincent Heitzer. An der Orgel spielte Domorganist Markus Willinger. Für alle Besucherinnen und Besucher im Dom war dies ein besonderes musikalisches Erlebnis. Im Gottesdienst ging es immer wieder um das Wirken der Hl. Kunigunde, an deren Festtag symbolträchtig die Einführung des Erzbischofs stattfand.
Gössl kündigte in seiner ersten Predigt als Erzbischof an, sich in den Dienst der Einheit zu stellen: „Wachsende Gemeinschaft mit Gott und von daher auch wachsende Gemeinschaft der Menschen untereinander – darin erkenne ich den Auftrag des Bischofs zu allen Zeiten, auch heute.“ Das bedeute, Menschen in der Ortskirche im Blick zu behalten, auch jene, die sich schon von Kirche abgewandt oder auch noch nie dazugehört hätten. Mit Blick auf die Lage der Kirche zeigte Erzbischof Gössl sich zuversichtlich: „Manche sagen heute, Kirche sei am Kipppunkt, und meinen damit, bald gehe das Schiff unter. Ich aber bin fest überzeugt: Der Herr ist an Bord, und wenn wir uns auf ihn hin orientieren, dann bekommen wir neuen Mut, selbst wenn es um uns herum stürmisch zugeht.“ Mit seiner Predigt sprach er vielen Gläubigen aus dem Herzen.
Bei der Kommunion und im Gottesdienst fiel unsere Gruppe mit den gelben „Seebachgrund-Tüchern“ immer wieder ins Auge – sowohl dem Erzbischof selbst, den Anwesenden und sogar in der Fernsehübertragung des Bayerischen Rundfunks! Am Ende des Gottesdienstes folgten mehrere Grußworte. Der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Michael Gerber aus Fulda, sprach in seiner Gratulation von den „vielen Menschen mit den gelben Tüchern im Dom“ als ein Zeichen, wie verbunden der Erzbischof mit den Gemeinden vor Ort ist und um deren Belange weiß – neben den neuen Aufgaben in der Deutschen Bischofskonferenz und auf dem Synodalen Weg. Auf ihn folgte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, und überbrachte herzliche Grüße von der Freisinger Bischofskonferenz der bayer. Bischöfe. Sein Grußwort brachte viele im Dom zum schmunzeln, als er meinte „Das ist eine ehrliche Haut!“ als Kompliment für Erzbischof Gössl. Darauf nahm Ministerpräsident Markus Söder humorvoll Bezug, der das Bekenntnis des Freistaates Bayern zur Religion bekräftigte und das Engagement der Kirchen würdigte. Der neue evangelische Landesbischof Christian Kopp lernte Herwig Gössl bereits vor zwei Jahren kennen, als beide noch nicht wussten, dass sie zwei Jahre später beide Kirchenführer sein würden, bezeichnete den neuen Erzbischof als „guten Zuhörer“ und engagiert in der Ökumene. Von den Vorsitzenden des Diözesanrates erhielt Erzbischof Gössl als Geschenk ein großes Glas voller bunter Gummibärchen – weil er diese gerne isst und als Symbol für die bunte Vielfalt der Gläubigen in den Seelsorgebereichen und Pfarreien im Erzbistum. Der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke rundete die kurzweiligen und oft humorvollen Grußworte ab und dankte besonders für das Engagement von Herwig Gössl für die Gesellschaft und Demokratie.
Nach dem Ende des Gottesdienstes und den Dankesworten von Erzbischof Gössl gab es vor dem Dom als kleine Stärkung „Kunigundenkringel“ für alle und beim anschließenden Empfang im Dominikanerhaus in der Innenstadt reichlich Essen und Trinken für alle Gäste. Viele nutzten die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit dem Erzbischof, der sich sichtlich über die vielen Besucherinnen und Besucher aus dem Seebachgrund freute und sich für jede und jeden Einzelnen Zeit nahm. Aus der Pfarrei Hannberg wurde ihm ein buntes Banner vom Hannberger Jugendtreff mit Handabdrücken von Jugendlichen, die er teilweise als Pfarrer getauft hatte, übergeben.

Herzlichen Dank an Ingrid Seifert und Thomas Willert, die die Busfahrt maßgeblich organisiert haben. Es war für uns alle ein ganz besonderes und erhebendes Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleibt! Unser Pfarrer Herwig Gössl als Erzbischof von Bamberg – das ist ein Grund zur Freude und zum Feiern!

 

Mehr Infos und Bilder unter: https://erzbistum-bamberg.de/nachrichten/pauken-und-trompeten-fuer-den-neuen-erzbischof---und-ein-glas-mit-gummibaerchen/ee71f75a-6e55-43cb-882b-e582f8937ffa?mode=detail

Hier können Sie den Hirtenbrief im Wortlaut herunterladen: https://erzbischof.erzbistum-bamberg.de/aktuell/hirtenbriefe/