„Zubzas“ übernehmen Rathaussaal

Zubza-Kinderpressekonferenz und NEUES aus dem Nagaland
Die Zubzas fühlten sich auf den Stühlen der Gemeinderäte sehr wohl, gestalteten eine harmonische Sitzung und lieferten so Beispiele für eine Gesprächskultur, von der sicher auch heutige Weisendorfer Gemeinderäte noch etwas lernen können.
Bürgermeister Alexander Tritthart musste in der für ihn sicher ungewohnten hintersten Reihe Platz nehmen, konnte aber noch kurz als Hausherr die zahlreichen Schülerinnen und Schüler und Zubzafreunde begrüßen, bevor Paula Tögel (9 Jahre), vom Sitzungsstuhl des Bürgermeisters aus, die Teilnehmer über die Situation der Freunde in Indien informierte: „In Indien ist der Grund, warum die Kinder arbeiten müssen, fast immer die extreme Armut, in der die Familien leben. Viele Eltern würden die Kinder lieber zur Schule als zur Arbeit schicken, sind aber auf den geringen Lohn der Kinder angewiesen“.
Einen weiteren Einblick in die schwierige Lebensbedingungen im Nagaland, gab Luisa Rödel (10Jahre), die sich intensiv mit der Not in Indien beschäftigt hatte, und die Situation der Kinder, besonders der Mädchen beschrieb: „Mangelernährung, Kindersterblichkeit, Bildungsnotstand und fehlende medizinische Versorgung setzen unseren Freunden im Nagaland besonders zu. Mädchen bekommen erst zum Schluss zu essen, wenn etwas übrigbleibt und leiden besonders oft unter Mangelernährung."
"Seit drei Jahren", so Vinzenz Schoß (10Jahre) "freuen sich die Kinder in Zubza auf ein Zeichen der Solidarität und der Hilfe. Sie hatten die Idee ´bilden wir doch eine Gebetsgemeinschaft´. Wir erfahren in den Briefen aber auch die Nöte, Sorgen, Freuden und Anliegen unserer Patenkinder und persönlichen Freunde. Wir schreiben uns, tauschen Bilder und lernen so die Lebensverhältnisse in Zubza kennen. Wir wollen zeigen, dass wir uns mit ihnen verbunden fühlen und deutlich machen, das wir auch von Weisendorf aus helfen können. Unser Aufruf deshalb an alle Weisendorfer: ´Lernen hilft Leben´."
Caroline Mazur (9 Jahre alt) erklärte gekonnt in einem AUFRUF, was damit gemeint ist: „Helfen sie uns für eine bessere Zukunft unserer Freunde in Zubza. Grundbildung ist der erste Schritt aus Armut und Not und es ist ein Menschenrecht! Werden auch sie unser Partner! Unterstützen Sie unser Partnerschaftsprojekt ´Zubza´“.
Die Schülerin Lena Rudel (9Jahre) stellte anschließend - sichtlich stolz – die zahlreichen durchgeführten Projekte vor. „Gartenbauprojekt, Krankenzimmereinrichtung, Sanitätsstation, Hausbauprojekt, Schweinezuchtprojekt, Bau eines Trinkwasserfilters, Nahrungsergänzungsmittel, Moskitonetze sind in Absprache mit den Freunden in Zubza angeschafft oder finanziert worden.“
„Das Schneiderinnenprojekt - 20 Mädchen erhalten eine Ausbildung und erhalten anschließend eine Arbeitsstelle zugesichert - ist unsere teuerstes Projekt“, stellten Anna-Sophie Heichert (10) und Laura Glück (9) vor.
Das Mädchen Phehai Wagnaw aus dem Dorf Nokfan, bedankte sich in einem Brief und berichtet über die schwierige finanzielle Situation ihrer Familie, die nur mit mühsamer Feldarbeit überleben kann. Phehai freut sich darüber, jetzt auch mit Hochgeschwindigkeits-Nähmaschinen umgehen zu können. Phehai möchte gerne später sogar ein eigene Schneiderwerkstatt eröffnen: „Ich glaube, dass sich jetzt mein Traum nach der Ausbildung erfüllen wird."
Mona Zenger (10Jahre) bedankte sich bei den lieben Weisendorfern Bürgern für die großartige Unterstützung – „Jeder Bürger 1 €“ - des Ausbildungsprojektes für 20 Mädchen. Die 6750,- € sind noch nicht ganz vollständig bezahlt. Bei der Kirchenstiftung haben wir noch ca. 970,- € Schulden. Besonders toll fanden wir, dass auch einige Weisendorfer an Geburtstagen und anderen Festen Geld gesammelt und für unser Zubzaprojekt gespendet haben. Herzlichen Dank im Namen unserer lieben Freunde in Zubza.
Nisha, eine Inderin, erklärte anschließend den Sari - ein typisch indisches Kleidungsstück zwischen vier und acht Metern Länge - für Frauen. "Der Sari ist ein Beispiel für ein traditionelles Kleidungsstück, das in Indien heute noch sehr oft im Alltag getragen wird. Jeder Sari ist einmalig. So wie er geschlungen wird, zeigt er, wozu er benötigt wird. Es gibt viele Varianten, einen Sari zu tragen. Sie unterscheiden sich von Kultur zu Kultur, so dass man die Herkunft der Trägerin auch an der Art und Weise des Tragens der Kleidung erkennen kann.“ Sichtlich begeistert waren alle, als sich die Schülerin Hannah Meyr (10Jahre) den Sari – mit Erklärungen von Nisha - umwickeln ließ.
Anna-Sophie Heichert (10) informierte stolz über die zahlreichen Auszeichnungen und überraschte mit dem Förderpeis 2012 von ´Jugend hilft´ (München) – der fünften Auszeichnung der Zubzas.
„Wir fühlen uns bereichert und gesegnet, weil sie so aufmerksame und sorgende Menschen sind! DANKE! Gott beschütze euch.“ Den Dankesbrief von Pater Palely aus dem Nagaland trug Hannah Meyr (10 Jahre) den aufmerksamen Zuhörern vor.
92 Besucher beteiligten sich beim Heinrichsfest 2012 in Bamberg beim Zubzaquiz. Bgm. Alexander Tritthart durfte heute den Sieger – Herrn Rainer Keller aus Ebensfeld - ermitteln.
Den Antrag der 3./4. Klassen auf „Straßenbenennungen, die uns etwas bedeuten“, trug Lena Rudel (9) vor: „Im Unterricht hatten wir noch eine gute IDEE! Wir hoffen, die Idee gefällt euch.“ Den schriftlichen Antrag der Zubzas, für eine Don-Bosco-Straße und eine Mutter Teresa-Straße überreichte anschließend Lena Rudel (9) Bgm. Alexander Tritthart. Im Schlusswort dankte Ernst Klimek den Zubzas für die gelungene Pressekonferenz: „Ich bin stolz auf euch.“ Wir gestalten weiterhin zusammen Projekte für das Nagaland, als Hilfe zur Selbsthilfe“
Für Überraschung und Beifall sorgten die von Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeminister Dirk Nebel unterzeichneten Urkunden „Alle für eine Welt- Eine Welt für alle."
BESONDERS STOLZ SIND DIE Zubzas über die in den letzten Tagen eingegangene Belobigung und zahlreichen Urkunden des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema „Alle für Eine Welt – Eine Welt für alle“. Jede/r“ Zubza“ erhielt vom Bürgermeister und Ernst Klimek eine vom Bundespräsident Joachim Gauck und Bundesminister Dirk Niebel unterzeichnete URKUNDE, in der sich beide Politiker für das Engagement der Zubzas und der Teilnahme am bundesweiten Projekt bedanken.
Zum Schluss sprachen die Kinder und alle Anwesenden zusammen mit Pfarrer Rebhan ein Gebet, in Verbundenheit mit den Kindern in Zubza. Nach dem gemeinsamen Vater-unser erbat Pfarrer Rebhan Gottes Segen für alle Zubzas, die Förderer und die Kinder im Nagaland.
Echten Zubza-Tee mit Milch und Zucker nach indischer Art und indisches Gebäck dazu hatte Pfarrvikar James organisiert, so dass die Teilnehmer auch einen "Geschmack" von Indien erleben konnten.
Ernst Klimek



