Firmung in St. Josef mit Erzbischof Herwig Gössl

Neun Jugendliche empfingen am 11. Juli von Erzbischof Herwig Gössl das Sakrament der Firmung. Seit rund sechs Monaten bereiteten sich die über 60 Firmlinge im Seelsorgebereich gemeinsam in verschiedenen Workshops, Aktionen und Jugendgottesdiensten sowie einem Besuch auf dem Katholikentag auf die Firmung vor.
Zwei Firmlinge begrüßten herzlich den Erzbischof und überreichten einen Blumenstrauß. Erzbischof Gössl freute sich über sein „Heimspiel“ – ein bisschen wie heimkommen in seine Pfarrei, wo er 10 Jahre als Pfarrer tätig war und noch mit vielen Menschen und Familien verbunden ist. Die Firmlinge beteiligten sich bei den Kyrierufen und Fürbitten.
In seiner Predigt ging Erzbischof Gössl auf das Firm-Jahresmotto „Baustelle Leben“ ein. Überall sind gerade Baustellen, die weitere Wege erforderlich machen und manchmal nerven, aber nach Fertigstellung läuft vieles besser. Unsere Gesellschaft, unsere Kirche und Welt sind und bleiben nicht nur derzeit eine große Baustelle. An etlichen Stellen erleben wir Umbrüche, vieles muss neu konzipiert werden, manches liegt sogar brach und anderes befindet sich im (Wieder-)Aufbau. Doch auch in unserem persönlichen Leben kennen wir Zeiten, die sich wie Baustellen anfühlen. Dann müssen wir weichenstellende Entscheidungen treffen, müssen hart an uns oder unseren Beziehungen arbeiten. Angesichts der komplexen Welt und der Krisen unserer Zeit kann es – vor allem für Jugendliche – eine große Herausforderung darstellen, überhaupt aktiv Entscheidungen zu treffen. Manch mal scheint es viel einfacher, die Verantwortung dafür an andere Menschen oder die „Umstände“ abzugeben. Eine Haltung der Offenheit und des Mutes sowie die Gewissheit, im Entscheidungsprozess von Gott getragen zu sein, kann helfen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und nicht zuzulassen, dass andere darüber entscheiden. Der Erzbischof rief die Jugendlichen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. Baustellen erfordern Geduld. Bis ein Gebäude fertig ist, kann es dauern. Auch auf unserem Lebensweg kann es zu Verzögerungen kommen. Jetzt heißt es: gelassen zu bleiben und zu vertrauen, dass Gottes Geist uns inspiriert. Erzbischof Gössl ermutigte die Jugendlichen, auf Gottes Plan zu vertrauen – auch wenn sie ihn nicht immer verstehen können.
Erzbischof Gössl trat zu den Firmlingen für ihr Glaubensbekenntnis und stellte die vier Fragen, die die Firmlinge gut und deutlich vernehmbar mit „Ich widersage“ und „Ich glaube“ beantworteten. Zur Spendung der Firmung traten alle Jugendlichen rund um den Altar und Erzbischof Gössl zeichnete ihnen mit dem geweihten Chrisam-Öl das Kreuzzeichen auf die Stirn: „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist“, während die Firmpaten die Hand auf die Schulter ihres Firmpatenkindes legten und damit Unterstützung und Kraft symbolisierten.
Zum Abschluss dankte Pfarrer Michael Pflaum besonders Claus Keller und der Band für die musikalische Gestaltung sowie allen, die den Gottesdienst so feierlich möglich machten von den Ministrantinnen und Ministranten über den Mesner und Fotograf Heinrich Schmidt bis zum Team des Sachausschusses „Feste & Feiern“, die nach dem Gottesdienst zum Stehempfang vorbereiteten. Die Firmlinge bedankten sich bei Pfarrer Pflaum und Gemeindereferent Christian Deuber mit Blumen für die Begleitung in der Firmvorbereitung sowie bei Pfarrer Johannes Saffer, der leider krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte.
Zum Abschluss segneten Pfarrer Pflaum und Erzbischof Gössl die Firmlinge und alle ihre Familien – und besonders schlossen sie auch Pfarrer Saffer in den Segen ein. Nach dem feierlichen Auszug folgte das Gruppenfoto und viele nette Gespräche untereinander sowie ausgiebiges und geduldiges Fotoshooting mit Erzbischof Gössl, der sich über zahlreiche Begegnungen freute.