Jubelkommunion am „Weißen Sonntag“ in St. Josef Weisendorf

Vor 40, 50, 60 und 80 Jahren standen sie als Kinder das erste Mal weiß gekleidet vor dem Altar. Am weißen Sonntag (12.04.2026) kehrten 7 dieser Jubilare in unsere Kirche zurück um Jubelkommunion zu feiern. Ein Tag, der Brücken schlug zwischen Erinnerungen an den ersten großen Glaubensschritt und der Dankbarkeit für den gemeinsamen Lebensweg der seither vergangen ist.
Im festlichen Zug und feierlicher Orgelmusik von Claus Keller zusammen mit Mia Kreiner an der Querflöte in die Pfarrkirche ein, um dort Jubelkommunion zu feiern, wo sie einst das Sakrament der Erstkommunion empfangen hatten.
Nach der Begrüßung durch Pfarrer Saffer erinnerten sich die Jubilare an ihr Taufversprechen mit dem Lied „Fest soll mein Taufbund immer stehen.“ Im Anschluss folgte eine Predigt die zum Nachdenken anregte.
Der weiße Sonntag hält uns gewissermaßen einen Spiegel vor. Er stellt uns leise , aber zugleich eine sehr grundlegende Frage: „ Wie sieht eigentlich ein österlicher Glaube aus? Was bedeutet es wirklich, an die Auferstehung zu glauben? Nicht nur am Ostersonntag, sondern mitten im Alltag, mitten in den kleinen und großen Herausforderungen unseres Lebens?“
Zunächst hörten wir die Apostelgeschichte von der ersten Christlichen Gemeinde. Dort wurde beschrieben das die Menschen miteinander geglaubt, miteinander geteilt und miteinander gefeiert haben. Der Auferstandene war für sie keine bloße Idee, keine entfernte Erinnerung, sondern eine lebendige Wirklichkeit, die ihr Miteinander geprägt hat.
Schließlich führte uns das Evangelium in eine sehr persönliche Begegnung – eine Begegnung mit seinen Jüngern – besonders mit Thomas. Thomas wird oft als „der Ungläubige“ bezeichnet. Eigentlich ist er nur ehrlich, spricht aus, was er nicht glauben kann. Entscheidend ist, wie Jesus auf Thomas reagiert. Er weist ihn nicht zurück – er kommt ihn entgegen. Und genau von dieser Begegnung spricht Thomas eines der tiefsten Bekenntnisse des neuen Testaments: „Mein Herr und mein Gott“
Vielleicht liegt darin die eigentliche österliche Osterbotschaft für uns heute. Wir müssen keine perfekten Gläubigen sein, wir müssen nicht alles gleich verstehen und annehmen, wir dürfen fragen, zweifeln und suchen.
Am Ende sagt Jesus: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Das ist kein Vorwurf, sondern eine Verheißung. Es ist eine Zusage an uns, die heute leben.
Und so sollen auch wir – vielleicht leise, vielleicht suchend, aber getragen von Vertrauen – unser eigenes Bekenntnis sprechen: „Mein Herr und mein Gott“
In den anschließenden Fürbitten wurde für die Jubilare und unsere Erstkommunionkinder gebetet und auch der verstorbenen Jubilare gedacht. Nach dem „Vater unser“ versammelten sich die Jubilare um den Altar und empfingen die heilige Kommunion unter beiden Gestalten. Während der Kommunionausteilung durften wir dem Gesang von Alisa Grüner lauschen.
Zum Ausklang, nach dem feierlichen Segen, stimmte die Gemeinde das „Großer Gott wir loben dich“ an. Unter dem wunderbaren Klang der Orgel zogen die Jubilare gemeinsam mit den Ministranten und Herrn Pfarrer Saffer aus der Kirche.
Um 15 Uhr wurden die Jubilare im liebevoll von Sachausschuss Caritas geschmückten und gedeckten Pfarrsaal zu Kaffee und Kuchen empfangen. Bei netten Gesprächen fand ein wunderbarer Tag einen wundervollen Ausklang.