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Kirchweih 2026 – Was braucht die Kirche in Weisendorf?

Kerwa-Andacht-2026 (1)
Datum:
Veröffentlicht: 2.9.26
Von:
Michael Schmidt

Pünktlich zur ökumenischen Andacht zur Eröffnung des Kirchweih-Festes am Wochenende zeigte sich das Wetter wieder von seiner schönen Seite und so fanden sich rund um die Linde bei der evangelischen Kirche zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein. Pfarrer Johannes Steinlein und Pfarrer Johannes Saffer begrüßten die zahlreichen Ortsmadle und Ortsburschen, Bürgermeister Timo Wendel, den Posaunenchor unter Leitung von Katrin Schmerler und alle weiteren Gäste. In der Andacht gingen sie auf die Lebendigen Steine ein, die die Kirche und die Gemeinde benötigen – Menschen, die zusammenhalten, die sich aufeinander verlassen können und sich gegenseitig tragen – das macht eine Gemeinde aus, sowohl kirchlich als auch in der Marktgemeinde. Sie wünschten dem Fest zum Weihetag der evangelischen und katholischen Kirche eine schöne gemeinsame Feier. Im Anschluss wurde am Marktplatz vom Bürgermeister das erste Fass Bier angestochen und verteilt, bevor es zum Kirchweihzelt ging.

Am Sonntag fand der schon traditionelle ökumenische Gottesdienst statt. Vorbereitet hatten Andacht und Festgottesdienst im Zelt das Ökumene-Team der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde. Marco Winkler und Pfarrer Johannes Steinlein von der evangelischen Kirche sowie Pfarrer Johannes Saffer von der katholischen Kirche gestalteten den Gottesdienst gemeinsam, musikalisch umrahmt durch den Posaunenchor und von Ekkehard Koch am Keyboard.

In die Mitte der Predigt des Kirchweihgottesdienstes stellten sie die Zusage des Apostels Paulus „Ihr seid Gottes Tempel“ – oder wie Marco Winkler auf fränkisch formulierte – „Ihr seid dem Herrgott sei Dembbel“! Er ging durch die Besucherreihen mit der Frage, was Kirche in der Gemeinde braucht, um gut Kirche sein zu können. Menschen, Zusammenhalt, gemeinsame Gottesdienste waren einige Antworten. Gebäude oder Menschen – beides wird gebraucht, aber gemäß Paulus kommt es auf die Menschen an – diese bilden in ihrer Gemeinschaft das Fundament. Auf dieses Fundament kann Kirche heute mit vielen Veränderungen weiter aufbauen. Paulus bezeichnete die Mitglieder der Gemeinde in Korinth, die sich uneinig und zerstritten waren, als Gottes Tempel. Dies gilt auch heute – in aller Unterschiedlichkeit und trotzdem Gemeinschaft. Gemeinde lebt von der Vielfalt an Menschen und Meinungen – bildlich im Zelt sprachen die drei Prediger von vielen unterschiedlichen Menschen mit ihren Ansichten auf einem Grund unter einem gemeinsamen (Zelt-)Dach. Dies gilt auch für die Marktgemeinde. Die Antwort von Marco Winkler auf die folgende Frage untereinander, ob Kirche auch politisch ist, lautete fränkisch „awengerla aweng“ – Kirche ist keine Partei, aber Kirche muss eine Haltung zeigen bei gesellschaftlichen Fragen, denn Kirche wirkt nicht für sich selbst, sondern für Frieden und Gerechtigkeit und muss sich zu solchen Fragen äußern, insbesondere wenn Menschen benachteiligt, ungerecht behandelt oder abgewertet werden. Dies ist auch der Auftrag aller Christinnen und Christen. Konkret fragte Johannes Steinlein danach, was denn ohne Kirche fehlen würde – nicht nur die beiden markanten Gebäude mit ihren Kirchtürmen, sondern viel mehr: Ein Ort der Zusprache an jeden Einzelnen von Gott gewollt und geliebt zu sein, ein Ort, der Hoffnung gibt, der Kindern den Segen Gottes für ihr Leben bei der Taufe zuspricht, ein Ort, der zusagt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, ein Ort, wo wir nichts leisten müssen, sondern Zusprache und Ruhe finden können. „Wir sind Gottes Bau – jetzt – wir alle!“ Zum Abschluss demonstrierten die drei die gemeinsame Einheit zur Kirchweih und stießen mit drei Seidla Bier gemeinsam an, bevor sie der Gemeinde den Segen zusprachen.

Ein herzlicher Applaus der gesamten Besucherinnen und Besucher für alle Mitwirkenden zum Kirchweih-Gottesdienst zeigte, wie gut die gemeinsame Feier ankam. Nach dem Gottesdienst-Ausklang folgte im Festzelt Frühschoppen und Mittagessen zur weiteren gemeinsamen und geselligen Feier der Kirchweih.


Sandra Ebersberger

Kirchweih 2026

Datum:
30. Aug. 2026
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