Mariä Himmelfahrt – das Ostern des Sommers

Pfarrer Johannes Saffer freute sich sehr, als er nach langen Wochen durch krankheitsbedingten Ausfall am Hochfest Mariä Himmelfahrt endlich wieder Gottesdienst in St. Josef Weisendorf feiern konnte.
In seiner Predigt erläuterte er, warum das Marienfest wie ein kleines Osterfest der Auferstehung im Sommer gefeiert wird. „Die Legende erzählt Folgendes: Als die Apostel auf dem Berg Zion in Jerusalem zusammengekommen waren, um vom Leichnam Mariens Abschied zu nehmen, öffneten sie ihren Sarkophag. Doch darin fanden sie nicht die sterblichen Überreste der Gottesmutter, sondern ein Meer aus bunten Blumen und Kräutern. Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen, so glauben wir. Und statt Verwesung und Tod finden die Apostel in ihrem Sarg das blühende Leben und allerhand Kräuter, deren heilbringende Wirkung Krankheit und Tod vertreibt.
Die bunten Blumen und duftenden Kräuter, welche die Menschen an Mariä Himmelfahrt mit in die Kirchen bringen, sind ein Zeichen für das, was wir miteinander an diesem Tag feiern. Es ist ein kleines Osterfest, mitten im Hochsommer. Denn eigentlich feiern wir nichts anderes als auch an Ostern: dass wir Menschen nämlich nicht im Tod einfach in ein Nichts fallen oder in der ewigen Dunkelheit gefangen bleiben.“ Im Himmel findet alles, was Maria ausgemacht hat – Leib und Seele, Ängste und Freuden - seine Vollendung. Wir alle finden bei Gott die Vollkommenheit und Ganzheit, nach der wir uns sehen. Deswegen ist Mariä Himmelfahrt unser aller Fest. Wir feiern Maria; aber eigentlich feiern wir uns selbst, weil Christus sein Ostern mit uns teilt – Mariä Himmelfahrt, das Ostern des Sommers.
Am Ende des Gottesdienstes gab es Applaus für die Band, die den Gottesdienst mit modernen Marien-Liedern aus dem Cantate-Liederbuch besonders schön umrahmt hatte.
Sandra Ebersberger